24h Spa 2020: Böse Rückschläge für Audi und BMW

Heiko Stritzke
·Lesedauer: 4 Min.

Die ersten sechs von 24 Stunden sind auf dem Circuit de Spa-Francorchamps mit einer halben Stunde Verspätung im Kasten. Bei überwiegend trockenen, aber immer wieder von Nieselregen durchzogenen Verhältnissen liegen noch 13 GT3-Fahrzeuge von sieben Marken in den Top 10 und können sich Hoffnungen auf den Sieg machen.

Angeführt wird das Feld unter SC-Bedingungen bei der 6-Stunden-Marke vom Akka-ASP-Mercedes #88 (Marciello/Boguslawski/Fraga). Er holte damit die ersten Punkte für die Gesamtwertung in der GT-World-Challenge Europe nach 360 Minuten.

Auf Platz zwei liegt der FFF-Lamborghini #63 (Lind/Caldarelli/Mapelli). Dennis Lind brachte sich in der Anfangsphase vom achten Startplatz in die Spitzengruppe. Beim zweiten Boxenstopp übernahm der Lamborghini Huracan GT3 die Spitze vom bis dahin führenden Polesetter. Erst kurz vor der 6-Stunden-Marke konnte sich Felipe Fraga für Akka ASP die Spitze zurückholen.

Audi und BMW schwer getroffen

Der Circuit de Spa-Francorchamps hat bereits Favoriten ausgesiebt und vor allem das Team WRT erwischt. Das prominenteste Fahrzeug, das bereits draußen ist, ist der WRT-Audi #31 (Mies/van der Linde/D. Vanthoor), der eine Minute vor der 6-Stunden-Marke ausgangs Raidillon unter Safety-Car liegenblieb.

Zuvor war bereits das Schwesterfahrzeug #32 (Weerts/Stippler/Mortara) nach einer Feindberührung ausgeschieden, die zu einem Aufhängungsschaden und Dreher führte. Das waren die beiden am stärksten besetzten WRT-Audis.

Auch der KCMG-Porsche #21 (Liberati/Burdon/Imperatori) hat keine Chance mehr: Direkt in der Anfangsphase gab es einen Reifenschaden, der den Porsche 911 GT3 R aus der Führungsrunde warf. Später brachte Josh Burdon den Porsche mit Vibrationen an die Box - womöglich ein Folgeschaden. Die #21 ist seitdem nicht mehr aus der Box herausgekommen.

Ebenfalls böse erwischt hat es die bereits von Beginn an recht kleine BMW-Fraktion. Der Walkenhorst-BMW #34 (Farfus/Catsburg/Eng) verlor zwölf Runden durch einen Tausch des Kühlers. Wieder einmal legte eine Berührung auf der Strecke einen M6 GT3 lahm - ein Problem, das vom 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring aus den vergangenen Jahren nur allzu bekannt ist.

Das Schwesterfahrzeug #35 (Tomczyk/Pittard/Yelloly) ist ebenfalls nicht mehr in der Führungsrunde. Nick Yelloly machte in Les Combes einen Fahrfehler und schlug in den Reifenstapel ein.

Derzeit kämpft Walkenhorst darum, wieder in die Führungsrunde zu kommen, doch das ist schwer. SC-Phasen geht in der Regel eine FCY voraus, während der gestoppt werden kann. Das klassische Aufholen einer Runde hinter dem Safety-Car nach amerikanischem Vorbild ist daher nicht möglich. BMW hat derzeit kein Auto in der Führungsrunde.

Erste Strafen wegen Track Limits

Zwei weitere Sieganwärter, die die Führungsrunde verloren haben, sind der Sainteloc-Audi #25 (Winkelhock/Boccolacci/Haase) und der HubAuto-Corsa-Ferrari #27 (Kobayashi/Gomes/Blomqvist). Beide spekulierten während eines starken Nieselregen nach zweieinhalb Stunden auf Regenreifen, was sich aber als Fehler erwies. Die Folge: Zwei unnötige Boxenstopps.

Ebenfalls mit Rundenrückstand unterwegs sind der Rowe-Porsche #99 (Werner/Andlauer/Bachler), der K-Pax-Bentley #9 (Parente/Soucek/Baptista), der WRT-Audi #30 (Vaxiviere/Habsburg/Marschall) und der SMP-Ferrari #72 (Molina/Rigon/Sirotkin).

Der Optimum-McLaren #69 (Wilkinson/Bell/Osborne) verlor mehr als eine Stunde, weil Trümmerteile die Servolenkung außer Kraft setzten. Das Fahrzeug ist immerhin noch im Rennen, auch wenn es nur noch eine erweiterte Testfahrt mit dem 720S GT3 sein dürfte.

Die gegenüber der Superpole strengeren Track Limits haben bereits einige Opfer gefordert, es hält sich aber in Grenzen. Die prominentesten Vertreter mit Durchfahrtstrafen waren der WRT-Audi #31, der HRT-Mercedes #4 (Engel/Stolz/Abril) und der Frikadelli-Porsche #22 (Bergmeister/Makowiecki/Olsen). Die #22 fiel dadurch aus der Führungsrunde, die #4 wurde dank des SC wieder ins Spiel gebracht.

In der Führungsrunde:
1x Audi (#66)
1x Bentley (#3)
1x Ferrari (#51)
1x Honda (#29)
2x Lamborghini (#63, #163)
2x Mercedes-AMG (#88, #4)
5x Porsche (#12, #40, #47, #54, #98)

Mit Bildmaterial von SRO.