"24 Tage alleine zu Hause": Valentino Rossi spricht über seine Corona-Infektion

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Nachdem er die Freitagstrainings noch auslassen musste, saß Valentino Rossi beim Grand Prix von Europa in Valencia am Samstag wieder auf seiner Yamaha M1. Da das Vormittagstraining verregnet war, musste der 41-Jährige im Qualifying in Q1 antreten. Dort wurde es Platz 18. Da sein Teamkollege Maverick Vinales am Sonntag aus der Boxengasse starten muss, steht Rossi beim Comeback auf Startplatz 17.

Zum letzten Mal saß Rossi am 11. Oktober beim Grand Prix von Frankreich in Le Mans auf einem MotoGP-Bike. Damals stürzte er gleich nach dem Start in der Dunlop-Schikane und war ausgeschieden. Seine Pause betrugt seither exakt 27 Tage.

Trotzdem beschwichtigt Rossi: "Auf dem Motorrad habe ich mich sofort wohlgefühlt. Ich hatte kein spezielles Problem, weil ich gestern nicht gefahren bin. In Q1 waren die Bedingungen sehr schwierig, weil die Strecke trocknete. Bei diesen Verhältnissen ist es für uns etwas schwer."

Die Enttäuschung über den Startplatz hielt sich bei Rossi in Grenzen. Bei ihm überwog aus zweierlei Gründen die Freude, dass er wieder zurück war: "Das Gefühl auf dem Motorrad war sehr gut. Ich bin sehr glücklich, dass ich nach 24 Tagen alleine zu Hause wieder hier bin."

Rossi hatte am Anfang Symptome

Der Italiener saß etwas mehr als drei Wochen alleine in seinem Haus in Tavullia. Das war laut ihm "eine schwierige Erfahrung", denn Rossi ist eine gesellige Person und immer von Freunden und Familie umgeben. Nun hatte er viel Zeit zum Nachdenken.

"Glücklicherweise war ich physisch in Ordnung. Ich war nur zwei Tage krank und hatte etwas Fieber", sagt er zu seiner Infektion mit dem Coronavirus. "Ich konnte auch immer normal atmen und habe meinen Geruchssinn und den Geschmackssinn nie verloren."

Foto aus Valencia: Rossi hatte Symptome und hat auch etwas Gewicht verloren

Foto aus Valencia: Rossi hatte Symptome und hat auch etwas Gewicht verloren<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Foto aus Valencia: Rossi hatte Symptome und hat auch etwas Gewicht verlorenMotorsport Images

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"Es brauchte aber ein paar Tage, um sich zu erholen. Man fühlt sich etwas gerädert. Man hat Kopfschmerzen und die Augen schmerzen. Sagen wir so, die ersten paar Tage waren nicht gut. Ich habe auch etwas Gewicht verloren, weil ich zwei Wochen lang nichts gemacht habe."

"Die vergangenen Tage waren hart. Es ging allen, die sich mit mir angesteckt haben, nach zwei Wochen besser", spricht er seinen Kumpel "Uccio" an. "Aber ich war immer noch positiv. Ich hatte die Befürchtung, dass ich hier nicht fahren werde können."

Banges warten auf einen negativen PCR-Test

"In der vergangenen Woche bin ich sechsmal getestet worden. Das war ein netter Weckruf um halb acht am Morgen", lacht Rossi. Am Donnerstag gab es schließlich einen negativen PCR-Test. Rossi machte sich auf die Reise nach Valencia.

Am Freitag wurde der nächste Test durchgeführt. Als auch dieser ein negatives Ergebnis zeigte, durfte der Italiener das MotoGP-Fahrerlager betreten und erhielt die Fahrerlaubnis für Samstag. Somit ist Rossi nach den beiden verpassten Aragon-Rennen wieder dabei.

In Valencia startet Valentino Rossi von Startplatz 17

In Valencia startet Valentino Rossi von Startplatz 17<span class="copyright">Motorsport Images</span>
In Valencia startet Valentino Rossi von Startplatz 17Motorsport Images

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"Es war nicht die beste Erfahrung in meinem Leben", sagt er zur Infektion mit dem Virus. "Ich musste allein sein, was sehr langweilig war. Die Rennen im Fernsehen zu verfolgen, war hart. Vor allem das zweite, weil beim ersten hätte ich sowieso nicht mitfahren können."

"Wenn man daheim ist, sich wohlfühlt und weiß, dass man fahren könnte, dann ist das sehr frustrierend. Aber ich freue mich, dass ich jetzt wieder hier bin, mit meinem Team arbeiten und mit meiner M1 fahren kann."

Während der einsamen Zeit vermisste Rossi sein Team und seine Mechaniker, aber am meisten das Fahrgefühl mit einer MotoGP-Rakete: "Das habe ich am meisten vermisst, weil ich das Gefühl liebe, mit einem MotoGP-Bike zu fahren. Die anderen Dinge, die ich in meinem Leben mache, gefallen mir nicht so gut. Deshalb habe ich das sehr vermisst."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.