24 Jahre eingefroren: Spender-Embryo führt zu erfolgreicher Geburt

Wenn Frauen auf natürlichem Weg nicht schwanger werden können, sind Embryotransfers eine vielversprechende Alternative zu Adoption und Leihmutterschaft. (Symbolbild: ddp Images)

Eine US-Amerikanerin hat sich einen fast 25 Jahre lang eingefrorenen Embryo einsetzen lassen – und nun ein gesundes Kind zur Welt gebracht.

Tina und Benjamin Gibson hatten sich eigentlich schon damit abgefunden, keine Kinder bekommen zu können. Der 33-jährige US-Amerikaner ist unfruchtbar, in den vergangenen Jahren hatte das Paar mit ausgeprägtem Kinderwunsch deswegen mehrmals Pflegekinder aufgenommen.

Schließlich hörten die Gibsons aber von der Möglichkeit eines Embryotransfers, bei dem Frauen ein zuvor eingefrorener Embryo von unbekannten Spendern eingepflanzt wird. Das Ehepaar entschied sich für den Eingriff – und hieß am 25. November seine erste Tochter Emma Wren Gibson willkommen.

Der Fall sorgt nun weltweit für Aufsehen, da es sich bei Emma laut Medienberichten um den am längsten eingefrorenen Embryo handelt, der zu einer erfolgreichen Geburt geführt hat. Über 24 Jahre lang war er im „National Embryo Donation Center” (NEDC) in Knoxville, Tennessee, in flüssigem Stickstoff eingefroren. Damit ist das Neugeborene fast so alt wie seine mittlerweile 26-jährige Mutter.


Als die werdenden Eltern vom Alter ihres Spender-Embryos erfuhren, waren sie überrascht. „Ist Ihnen bewusst, dass ich erst 25 bin? Dieser Embryo und ich hätten beste Freunde sein können“, sagte Tina Gibson laut „CNN“ zur behandelnden Ärztin. Ihre Entscheidung habe das jedoch nicht beeinflusst. „Ich wollte einfach nur ein Baby. Es ist mir egal, ob es ein Weltrekord ist oder nicht“, erklärte sie.

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Nach mehreren Tests und Untersuchungen wurde der US-Amerikanerin im März 2017 der Embryo eingepflanzt. Das Paar zog bei der Wahl des Spenderprofils Faktoren wie Gewicht, Größe und Krankengeschichte in Betracht. Erst, als sie sich fest für ein Profil entschieden hatten, erfuhren sie, dass es sich um einen Rekord-Transfer handelt.

Die Gibsons „adoptierten“ drei Embryos vom gleichen anonymen Spender. Bereits der erste Transfer war erfolgreich – angesichts einer Erfolgsrate, die laut der behandelnden Ärztin Carol Sommerfelt normalerweise bei 25 bis 30 Prozent liegt, ein großer Erfolg. Ob sie die verbleibenden zwei Embryos auch austragen wolle, weiß Tina Gibson jedoch noch nicht. Vor zwei Monaten hätte sie die Frage noch bejaht, wie „CNN“ berichtet. „Aber nach der natürlichen Geburt denke ich ‘Das mache ich nie wieder!’ Ich bin mir jedoch sicher, dass ich es in einem Jahr wieder probieren werde.“

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