24 brenzlige Stunden: Rettungsdienste streiken in England

Zehntausende Beschäftigte des Gesundheitswesens haben in England und Wales für 24 Stunden die Arbeit niederlegt und damit den Rettungsdienst am Mittwoch erheblich eingeschränkt. Hintergrund sind Lohnforderungen im Einklang mit der Inflation, die die britische Regierung nicht efüllen will. Hausärzte und Apotheken hatten allerdings wie gewohnt geöffnet.

Beteiligt an dem Streik waren überwiegend Notärztinnen und -ärzte, Krankenwagenfahrerinenn und - fahrer sowie Mitarbeitende in Notrufzentralen.

Die Beschäftigten fordern neben rund zehn Prozent mehr Gehalt auch bessere Arbeitsbedingungen. Das Regierungsangebot orientiert sich an den Vorstellungen der Tarifaufsichtsbehörde und liegt unverändert bei 4,75 Prozent mehr Geld. Für die kommende Woche haben Krankenschwestern und -pfleger einen Streik angekündigt. Eine Streikende erläuterte auf Twitter, sie lege nicht die Arbeit nieder, weil sie das wolle, sondern weil der NHS versage. Mitarbeitende von Ambulanzen seien ausgebrannt, müde und würden schlecht bezahlt.

Der britische Gesundheitsminister Setve Barclay räumte in einem TV-Interview ein, dass der unter gewaltigen Finanz- und Personalproblemen leidende Gesudnheitsdienst NHS unter großem Druck steht. Als besonders brenzlig und manchmal lebensgefährlich gelten die oft langen Wartezeiten beim Transfer von Patientinnen und Patienten, die vom Rettungswagen an Notaufnahmen von Kliniken übergeben werden.