Vor 23 Jahren: Schumachers erster Heimsieg in Hockenheim

Stefan Ehlen

Hockenheim, 30. Juli 1995: Das Motodrom bebt. Benetton-Fahrer Michael Schumacher ist gelungen, was noch kein deutscher Formel-1-Pilot vor ihm geschafft hat – er hat den Grand Prix von Deutschland für sich entschieden!

Im Qualifying hatte sich Schumacher noch hinter seinem großen Titelrivalen Damon Hill (Williams) anstellen müssen, der ihm um gerade mal 0,080 Sekunden enteilt war. Doch im Rennen kam Hill nicht weit: Schon in Runde zwei drehte sich der Brite in Führung liegend in der Nordkurve von der Bahn ins Aus – nach technischem Defekt an seinem Fahrzeug, wie sich später herausstellte.

Damit war der Weg frei für Schumacher, der sich mit einer cleveren Zweistopp-Strategie gegen den zweiten Williams-Piloten David Coulthard und dessen Einstopp-Taktik durchsetzte und den Heimsieg nach 45 Runden in Hockenheim mit einem Vorsprung von 5,9 Sekunden sicherstellte.

Die Ehrenrunde im Motodrom dürfte Schumacher lange in Erinnerung geblieben sein: Zehntausende feierten ihn für seinen Triumph beim GP Deutschland mit frenetischem Jubel im schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer.

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Michael Schumacher, Benetton B195 Renault Motorsport.com

Schumachers Benetton-Renault B195 hing da schon am Abschleppseil: Kurz nach der Zieldurchfahrt hatte das Auto seinen Dienst quittiert. Der Rennwagen mit der Startnummer 1 wurde von einem Auto der Streckensicherung zurück in die Boxengasse geschleppt. Und Schumacher nahm die Ovationen seiner Fans in langsamer Fahrt entgegen.

Auf dem Podium wurde der Deutsche von Coulthard und Ferrari-Pilot Gerhard Berger flankiert. Berger war nach einer Stop-and-Go-Strafe von 10 Sekunden, verhängt für einen Frühstart, zwischenzeitlich bis auf Rang 14 zurückgefallen, kämpfte sich im Rennen jedoch zurück in die Spitzengruppe und sah das Ziel nur 1:08 Minuten hinter Schumacher.

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Von 24 gestarteten Fahrzeugen fuhren bei Rennende nur noch vier in der Führungsrunde – und nur noch acht im Rennen. Der Hauptausfallgrund in Hockenheim damals: Motorschäden auf den langen Waldgeraden.

Und Schumacher half das Pech der Konkurrenz: Er setzte sich mit seinem Heimsieg in der WM weiter von seinen Verfolgern ab und wurde am Saisonende 1995 zum zweiten Mal Formel-1-Weltmeister, ehe er sich zur Formel-1-Saison 1996 Ferrari anschloss.