Kriegstag 212 : Russland zieht Schein-Referenden in besetzten Gebieten in der Ukraine durch

Sieben Monate nach dem Einmarsch lässt Russland in vier besetzten Gebieten der Ukraine in sogenannten Referenden darüber abstimmen, ob sie Russland beitreten wollen.

Das Institute for the Study of War berichtet, dass russische Beamte in Teilen Russlands Wahllokale eingerichtet haben, angeblich, um vertriebenen - in vielen Fällen heißt das: entführten - ukrainischen Bewohnern aus besetzten Gebiete die Möglichkeit zu geben, abzustimmen.

Die vier betroffenen Regionen sind entweder teilweise oder vollständig von Russland besetzt. Ein Großteil der Vorkriegsbevölkerung ist aus diesen Gebieten geflohen.

Was allerdings Donezk und Saporischschja betrifft, so werden große Teile dieser Regionen immer noch von ukrainischen Streitkräften gehalten.

Dem Institute for the Study of War zufolge rechnen die russischen Besatzungsbehörden in der Ukraine damit, dass sie gezwungen sein werden, Reservisten bereitzustellen, um die regionalen Mobilisierungsquoten in den vom Kreml illegal annektierten ukrainischen Gebiete zu erfüllen.

Darüber hinaus fanden an den Grenzen dieser Regionen weiterhin schwere Kämpfe statt. Die ukrainischen Streitkräfte setzten allem Anschein nach begrenzte Gegenoffensiven zwischen den Regionen Charkiw und Luhansk fort und griffen weiter in Richtung der Stadt Lyman an.

Während russische Truppen Berichten zufolge Jatskiwka beschossen, das etwa 25 km von Lyman entfernt liegt, was darauf hindeutet, dass die russischen Streitkräfte die neu eroberten ukrainischen Stellungen in diesem Gebiet angreifen.

Auch vom britischen Verteidigungsministerium gab es eine aktuelle Einschätzung, in der es die Gefechtslage als "weiterhin komplex" bezeichnete.

Im täglichen Nachrichten-Update hieß es: "Die Ukraine übt jetzt Druck auf Gebiete aus, die Russland als wesentlich für seine Kriegsziele betrachtet".