Kampfansage von VW-Chef Herbert Diess an Tesla: „2025 sollten wir eine gute Chance zum Überholen haben“

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VW-Chef Herbert Diess.
VW-Chef Herbert Diess.

Seit der vergangenen Woche ist es amtlich: VW-Chef Herbert Diess verlängert seinen Vertrag beim Autobauer aus Wolfsburg und übernimmt für mindestens vier weitere Jahre bis Oktober 2025 das Ruder beim Konzern. Auf der Präsentation zur zukünftigen Konzernstrategie zeigte sich, dass Diess in dieser Zeit viel vorhat. Im Mittelpunkt steht dabei die E-Mobilität. An den US-Konkurrenten Tesla hat der 62-Jährige ebenfalls eine Kampfansage: „2025 sollten wir eine gute Chance zum Überholen haben.“

Diess will auch bei den E-Autos mit VW zum Marktführer werden. Bis 2030 will der Konzern erreichen, dass 50 Prozent aller verkauften Einheiten einen Elektromotor besitzen, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Geringere Batterie- und Produktionskosten sollen in dem Bereich die Margen verbessern und in den nächsten Jahren mit den Verbrennungsmotoren angleichen. Beim Thema Digitalisierung und Vernetzung sind große Tech-Firmen wie Apple, Google und Amazon die großen Vorbilder. Der VW der Zukunft soll ein Smartphone auf Rädern werden.

Gleichzeitig will Diess auch die Umsatzrendite erhöhen. Heute beträgt diese bereits sechs bis sieben Prozent. Bis zu seinem vorläufigen Vertragsende in vier Jahren soll die Rendite auf acht bis neun Prozent steigen. Analysten gehen davon aus, dass sich bis 2030 die Umsätze der Autoindustrie verdoppeln könnten. Und das nicht nur durch verkaufte Wagen, sondern vor allem durch Software-Einnahmen. VW-Experten rechnen damit, dass sich dadurch branchenweit bis zu zwei Billionen Euro zusätzlich im Jahr verdienen lassen.

Um auch bei der Software eine führende Rolle einzunehmen, orientiert sich der deutsche Autobauer ebenfalls an Tesla. Die künftige Konzernarchitektur SSP soll die E-Modelle mit Software-Updates auf dem aktuellen Stand halten und weitere Dienstleistungen gegen einen Aufpreis anbieten. VW und Diess erhoffen sich gerade in diesem Sektor viel Profit. Allerdings sind trotz jährlicher Investitionen von 2,5 Milliarden Euro die IT-Dienste bei VW noch nicht so weit.

Volkswagen soll einer der Top-3-Batteriezellenhersteller werden

Auf seiner Präsentation verlor Diess auch die Märkte außerhalb Europas nicht aus dem Blick. Ein Dorn im Auge bleibt weiterhin der nordamerikanische Markt, auf dem sich Volkswagen seit Jahrzehnten schwertut. Mit der weiteren Ausrichtung auf E-Mobilität will die Volkswagen-Gruppe hier in Zukunft den Marktanteil verdoppel und auf 10 Prozent steigern.

Auch auf dem chinesischen Markt sind die Absätze von VW zuletzt am Schwächeln. Dank Kooperationen wie mit der chinesischen Batteriezellenfirma Gotion will VW jedoch auch hier wieder vermehrt angreifen. Zusammen mit den Chinesen entsteht bereits die geplante Batteriezellenfabrik in Salzgitter. Ab 2025 sollen in der niedersächsischen Stadt die ersten Batteriezellen dann gefertigt werden. In Schweden arbeitet VW derweil mit dem Hersteller Northvolt zusammen und will ebenfalls in einer Fabrik Premium-Batterien entwickeln. Die dritte der sechs angekündigten Fabriken soll in Spanien entstehen. Der Konzern überprüft aktuell hier den Bau einer Fabrik mit einer Jahreskapazität von 40 Gigawattstunden. Diess Ziel: Volkswagen soll einer der Top-3-Batteriezellenhersteller der Welt werden.

Wie es mit einer weiteren Zellenfabrik in Deutschland aussieht? Der Vorstand sei demnach offen dafür. Dem Bericht vom „Manager Magazin“ zufolge ist jedoch die "nötige Wirtschaftlichkeit und die politische Unterstützung durch eine künftige Bundesregierung ausschlaggebend."

kh

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