2022 könnte es zur Hyperinflation kommen, so Autor Marc Friedrich – diese Vermögenstipps sollen euch helfen, die Krise zu meistern

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 Marc Friedrich ist Sachbuchautor und Wirtschaftswissenschaftler.
Marc Friedrich ist Sachbuchautor und Wirtschaftswissenschaftler.

"Die größte Chance aller Zeiten" - so heißt das neue Buch von Sachbuchautor und Wirtschaftswissenschaftler Marc Friedrich, das heute erscheint. Es könnte allerdings auch "Der größte Crash aller Zeiten" heißen, denn hauptsächlich geht es um den Zusammenbruch der Wirtschaft - immerhin liefert Friedrich die Überlebens-Lösung gleich mit.

Das Buch lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen. Im ersten Teil prophezeit Friedrich, dass es in den kommenden Jahren einen riesigen Zusammenbruch geben wird, der das Geld- und Politiksystem komplett verändern wird. Der zweite Teil gibt eine Prognose darüber ab, wie man sich vor einem möglichen Crash finanziell absichern könnte.

Laut Friedrich befinden wir uns seit mehreren Jahren in einem Ausnahmezustand und steuern durch Corona noch schneller auf die Krise zu. Dabei beschreibt er mehrere Zyklen in der Wirtschaft, die übereinander liegen und sich gegenseitig verstärken.

"Ich erwarte in den kommenden Jahren, vielleicht schon 2022 eine zweistellige Inflation, welche die Kaufkraft der Bürger schrumpfen lassen wird", sagt Friedrich im Gespräch zu Business Insider. Die Schuld an der enormen Inflation gibt Friedrich dabei dem aktuellen Geldsystem und den Notenbanken, die mit aller Kraft versuchen, das bisherige System stabil zu halten.

Expansive Geldpolitik der Notenbank überhitzt das System

Seit Jahren drucken die Notenbanken immer weiter Geld und lassen es über Anleihekäufe in die Märkte fließen. Durch Corona und die damit einhergehende Angst vor einem großen Schaden in der Wirtschaft wurden durch die Notenbanken noch größere Mengen an Geld ausgegeben. Zusätzlich ist die Sparquote der Bürger während der Pandemie so hoch wie nie zuvor. Sollte in Zukunft diese Geldmenge freigesetzt werden, käme es zusammen mit dem neu gedruckten Geld zu einer Hyperinflation, vermutet Friedrich in seinem Buch.

"Weltweit befinden sich alle Notenbanken in einer Zwickmühle, aus der sie sich nicht befreien können. Sie sind historisch dazu verdammt, die Zinsen weiter niedrig zu halten und auf den Knopf der Geldpresse zu drücken. Dafür gibt es keine Lösung im System", meint Friedrich.

Die Aussagen des Buches lesen sich teils dystopisch, auch wenn der Autor eine goldene Zeit nach dem Zusammenbruch erwartet. Der Crash würde bereits in den kommenden Jahren ausgelöst werden - möglicherweise schon 2022 oder 2023. Friedrich sagt ein Scheitern des Euros, die Ablösung des Parteiensystems und einen Einbruch der Aktienmärkte hervor. Auslöser soll die Geldpolitik der Zentralbanken sein, die das System überhitzt und einer Planwirtschaft ähneln würde.

Vertrauenlust der Bürger in Geld und System

Friedrich sagt dazu zu Business Insider: "Wir rücken politisch immer weiter nach links und ich erwarte im September eine Regierung von schwarz-grün oder rot-rot-grün. Aber wer glaubt, dass die es jetzt besser machen, irrt sich, denn egal wer vorne tanzt, Schulden machen sie alle."

Diese Schulden sind nicht mehr zurück zu bezahlen und das Vertrauen der Leute ins System wird schwinden, prognostiziert Friedrich. Das Geldsystem basiert aber auf genau diesem Vertrauen. Der Vertrauensverlust wird letztendlich dazu führen, dass der Euro scheitern wird. Friedrich sieht bereits jetzt einen beginnenden Vertrauensschwund.

"Schauen Sie sich mal die Preise für Immobilien, Gold und den Bitcoin an. Das zeigt den Vertrauensverlust der Bürger in den Euro. Die Leute bringen ihr Vermögen lieber hier unter, weil diese Güter den Wert besser erhalten als das Geld. Das Finanzsystem, wie wir es kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben.", so Marc Friedrich zu Business Insider.

In dem Buch gibt sich Friedrich als Befürworter von mehr direkter Demokratie und hofft so, dass die Politik transparenter wird und die Macht von großen Lobbyvereinen auf die Politik verringert wird. Außerdem müssen in die Politik mehr fachwissenschaftliche Betrachtungen der gesamten Welt einfließen. Einem Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Entscheidungsfindung in der Politik steht Friedrich offen gegenüber.

Ressourcen und Kryptowährung zur Vermögenssicherung

Im zweiten Teil des Buches versucht Friedrich zu erklären, wie Menschen jetzt ihr Vermögen von dem prophezeiten Crash schützen können und wie unsere Gesellschaft sich verändern wird.

Friedrich sieht jetzt das Zeitalter der begrenzten Ressourcen angebrochen. Ressourcen, die für das Halten des Wohlstandes von heute wichtig sind, gibt es auf der Welt nur in beschränktem Ausmaß. Friedrich prognostiziert deswegen unter anderem einen Anstieg der Preise von Gold und Silber und erwartet einen Anstieg der Aktienpreise von Unternehmen, die Minen betreiben.

Von dem Kauf von Immobilien rät Friedrich ab. Die Preise für Immobilien seien wie der Aktienmarkt überbewertet und durch Spekulation in die Höhe getrieben worden. Beide Blasen würden in den kommenden Jahren platzen. Wer jedoch Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses ist, sollte diese nicht verkaufen, denn der Sachwert der Immobilie würde die kommende Krise überstehen und wäre eine gute Absicherung.

Auch der Wert der Kryptowährung Bitcoin wird laut Friedrich weiter steigen. "Ich erwarte, dass der Bitcoin dieses Jahr noch einen Wert von 100.000 Euro erreichen wird. Und auch in Zukunft wird er weiter anziehen." Sorgen vor einem möglichen Verbot der Kryptowährung teilt Friedrich nicht. Dafür sei der Bitccoin schon zu sehr im Finanzsystem angekommen. Laut Friedrich könne der Bitcoin in Zukunft eine probate Währung sein, die nicht auf Zentralbanken angewiesen ist.

Ob der von Friedrich vorhergesagte Zusammenbruch schlussendlich wirklich eintritt, bleibt abzuwarten. Viele Ökonomen sehen in den Maßnahmen der EZB nicht den Untergang, sondern die Rettung der Wirtschaft und halten sie für essentiell, um eine tiefe Depression der Wirtschaft zu verhindern.

Immerhin könnte sich die Lektüre des Buches trotzdem lohnen: Friedrich erwähnte im Gespräch, dass seine Anlagetipps auch ohne einen großen Crash funktionieren würden.

Die größte Chance aller Zeiten, 379 Seiten, Finanzbuchverlag, 22 Euro.