2020 erneut deutliche Zunahme der Waldzerstörung in Kolumbien

·Lesedauer: 1 Min.
Illegale Rodungen im Nationalpark La Macarena

Der Verlust an Waldflächen in Kolumbien hat im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen. 2020 sei acht Prozent mehr Wald zerstört worden als im Vorjahr, teilte das Umweltministerium in Bogotá am Mittwoch (Ortszeit) mit. Mehr als 1700 Quadratkilometer Wald, eine Fläche so groß wie Bogotá, gingen demnach verloren. Rund 64 Prozent der Waldbrände und Abholzungen betrafen demnach den Amazonas-Regenwald, den größten tropischen Regenwald der Welt.

Im Amazonas, der als grüne Lunge der Erde gilt, seien die "meisten Anstrengungen" für den Waldschutz erforderlich, erklärte Kolumbiens Umweltminister Carlos Correa. Sein Stellvertreter Francisco Cruz hob hervor, die Zunahme der Waldzerstörung im vergangenen Jahr gehe auf den Einfluss bewaffneter Gruppen zurück, die Bauern zu illegalen Rodungen drängten.

Im Amazonas-Gebiet sind sowohl Guerilla-Gruppen als auch Drogenhändler und Schmuggler aktiv. Wälder werden nach Regierungsangaben vor allem zerstört, um Weidefläche für Vieh zu gewinnen oder heimlich Straßen zu bauen. Weitere Gründe sind illegale Koka-Plantagen zur Herstellung von Kokain, Bergbau und der Handel mit Holz.

Die Waldzerstörung in Kolumbien nimmt seit dem historischen Friedensabkommen der Regierung mit den linksgerichteten FARC-Rebellen im Jahr 2016 zu. Im Folgejahr erreichte sie den Rekordwert von 2170 Quadratkilometern. Der seit 2018 amtierende kolumbianische Staatschef Iván Duque hat die Armee entsandt, um gegen die Waldzerstörung vorzugehen.

yb/fwe

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.