2019 "Best of the Rest": Sauber spuckt nach Platz acht große Töne

Dominik Sharaf
Teamboss Picci hat nicht vor, das Team wieder zu veräußern und eckt mit seinen Zielen intern an – Kaltenborns Motoren-Entscheidung war "fürchterlicher Fehler"

Nach dem neunten Platz durch Charles Leclerc im Qualifying zum Deutschland-Grand-Prix Formel 1 2018 live im Ticker! steckt sich die Sauber-Mannschaft unerwartet hohe Ziele für die Zukunft. Pascal Picci – Chef der Investorengruppe hinter dem Rennstall und de facto Teamboss – sagt 'Motorsport-Total.com', dass in der Saison 2019 Rang vier in der Konstrukteurs-WM erreicht werden solle.

Picci glaubt an ein "fantastisches Konzept" für den aktuellen C37 und möchte mit mehr Geld und Know-how durch die Alfa-Romeo-Partnerschaft darauf aufbauen. "Es wird häufigere und regelmäßigere Schritte nach vorne geben", erklärt er seine Zielsetzung. "Sie ist zumindest unser Anspruch. Aber ich weiß schon, dass ich übertreibe. Das sagt mir Fred (Teamchef Vasseur; Anm. d. Red.) immer!"

Ohne Träume könne es aber keine Erfolge geben, findet Picci und wundert sich, dass die jüngsten Verbesserungen bei Sauber in der Szene als Überraschung verstanden werden: "Die Leute vergessen, dass wir im vergangenen Jahr nicht entwickeln konnten, weil uns die Zeit fehlte." Auch Ex-Teamchefin Monisha Kaltenborn hätte der Truppe einen Bärendienst erwiesen, als sie entschied, 2017 mit Ferrari-Vorjahresantrieben an den Start zu gehen. "Es war ein fürchterlicher Fehler", sagt Picci.

Wie gut ein aktueller V6-Hybrid seinem Auto tut, ist Leclerc bei seinem zweiten Q3-Einzug in Serie und dem dritten in der laufenden Saison nicht verborgen geblieben. "Im Moment ist der Ferrari-Motor der beste. Eine Leistung wie am Samstag kommt auch mit seiner Hilfe zustande", weiß der Monegasse und glaubt, dass ohne ein Bremsproblem Nico Hülkenberg im Renault schlagbar gewesen wäre.

Für Picci nur der Anfang. Er betont, dass mit dem ersten alleine unter der Ägide Longbows respektive Isleros produzierten Wagen der Stein bei Sauber erst ins Rollen gebracht worden wäre. Mit der Hilfe des neuen Technikchefs Simone Resta solle es steil bergauf gehen, ohne sich dabei zu einem Ferrari-B-Team zu machen. "Das Potenzial ist wahnsinnig groß", sagt er, "aber wir sind ein Privatteam. Nicht ein einziger Geschäftsanteil liegt bei unseren italienischen Freunden." Vielmehr fühlten sich die Investoren Sauber "langfristig verpflichtet".