Was 2018 schiefgehen könnte

2018 könnte ein großartiges Jahr werden. Die Wirtschaft ist stabil, die Arbeitslosenquote sinkt weiter und die meisten Feiertage liegen günstig. Und auch die globale Wirtschaftslage verbessert sich, was zu einem weltweiten Aufschwung führt.

Aber die Geschichte hat schon oft bewiesen, dass Sorglosigkeit gefährlich sein kann und die Investoren schienen zu zuversichtlich zu sein. Es gibt vielleicht derzeit keinen Grund zur Sorge, aber da sind ausreichend Tendenzen vorhanden, die sich in kürzester Zeit zu etwas Großem zusammenbrauen können. Hier sind sieben Dinge, die 2018 schiefgehen könnten:

1.Eine Trumplosion. Wird Trump nächstes Jahr noch im Weißen Haus sitzen? Vielleicht ja, denn kompetente Experten wie der Stabschef John Kelly und Verteidigungsminister Jim Mattis arbeiten weiterhin daran, sein zerstörerisches Verhalten unter Kontrolle zu bekommen. Trotzdem ist Trump eine Art kontinuierliche Chaos-Maschine, die regelmäßig die eigenen Machtgrenzen austestet. Sein neuer Krieg mit seinem ehemaligen Wahlkampfmanager Steve Bannon könnte Trumps Alt-Right-Basis spalten, während gleichzeitig Sonderermittler Robert Mueller Trumps engste Verbündete im Visier hat und vielleicht sogar Trump höchstpersönlich. Nichts davon bedeutet, dass das Repräsentantenhaus, das von den Republikanern kontrolliert wird, tatsächlich einem Amtsenthebungsverfahren zustimmen würde. Allerdings könnte Trump 2018 sehr viel mehr bedrängt werden als 2017 und kein Präsident ist immun gegen politischen Druck.

Wenn Trump aus welchem Grund auch immer sein Amt aufgeben muss, wäre das nicht zwingend eine Katastrophe für die Märkte. Vizepräsident Mike Pence würde Trump, falls notwendig, ersetzen, und könnte sogar noch markt- und unternehmerfreundlicher handeln als Trump. Das schlimmste Szenario für Investoren ist ein Jahr der Skandale, in dem Trump sich gegen Korruptionsvorwürfe wehren muss, Verbündete verliert und sich in einem politischen Bunker eingräbt, so wie Präsident Nixon vor seinem Rücktritt 1974 – aber nicht geht. Für Trump-Kritiker, die sich fragen, ob Trump sogar noch kontroverser und polarisierender werden könnte – ja, er könnte.

2.Protektionismus. Trump arbeitet noch immer daran, das North American Free Trade Agreement zu überarbeiten und beginnt damit, Versprechen (oder Drohungen, wenn Sie es lieber so sagen) zu erneuern, China mit Handelssanktionen zu belegen. Wirtschaftswissenschaftler waren stets am meisten um Trumps Handelsagenda besorgt, da sein Protektionismus an die Ära des Kalten Krieges erinnert, Zölle und andere Maßnahmen vorsieht, die die Preise in die Höhe treiben und die Effizienz senken werden – was wahrscheinlich dem Wirtschaftswachstum schadet. Trump könnte handelspolitische Schutzmaßnahmen gegen China und Mexiko verhängen, während er sich zum Sieger erklärt, weiterzieht und in der Realität sich nicht viel verändert. Die Märkte würden das verkraften. Aber wenn Trump sein Versprechen umsetzt, NAFTA aufzulösen und chinesische Importe mit Einfuhrzöllen belegt, dann würden die Märkte einbrechen – sie sind keine schlechten Nachrichten gewöhnt.

3.Zinssatz-Schocks. Investoren erwarten, dass die Fed 2018 den Zinssatz drei Mal anheben wird – insgesamt um weniger als einen Prozentpunkt. Also selbst wenn die Fed die Zügel anzieht, geschieht dies nur sehr sanft. Wenn neue Anzeichen einer Inflation die Fed zwingen würden, aggressiver zu handeln, dann wäre dies eine schlechte Überraschung. Und steigende Zinsraten sind ein Faktor, der das Ende eines Konjunkturzyklus schneller beschleunigen kann.

4.Ein Bitcoin-Kollaps. Bitcoin und andere Kryptowährungen sind derzeit noch immer ein zu unbedeutender Markt, als dass sie dem größeren Finanzsystem schaden würden, wenn es zu einem Absturz kommen sollte, den Analysten für unvermeidbar halten. Und Wirtschaftswissenschaftler Bernard Baumohl von der Economic Outlook Group in Princeton, N.J., glaubt, dass es eine 30-prozentige Chance gibt, dass Bitcoin 2018 crasht – mit einem Ausverkauf, der sich auf andere riskante Anlagen wie Aktien auswirken kann. Je höher der Wert von Bitcoin und anderer Währungen steigt – und je mehr Menschen einsteigen –, desto höher ist das Risiko von Konsequenzen, wenn es eine Korrektur oder einen Absturz gibt.

5.Chinas Wachstum bricht ein. Dies ist bereits seit mehreren Jahren eine Sorge und China hat bisher stets einen Weg gefunden, um die enormen Schulden zu handhaben und das Platzen der Überschuldungs-Blase zu vermeiden, wie dies 2008 die Finanzkrise in den USA auslöste. Aber irgendwann könnte sich China verrechnen oder einfach die Kontrolle verlieren. Ende 2015 und Anfang 2016 war es schon einmal fast so weit.

6.Krieg in Korea. Das wäre eine Katastrophe mit Hunderttausenden Toten und potenziellen Konsequenzen wie den erstmaligen Einsatz nuklearer Waffen nach dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht hilft diese düstere Prognose zu erklären, warum dies noch nicht eingetreten ist.

7.Mehrere der genannten Dinge. Dies ist wahrscheinlich die größte Gefahr für 2018 – ein Zusammentreffen von Problemen, die niemand wirklich vorhersehen konnte. So entwickeln sich normalerweise Krisen, denn die Dinge, die am einfachsten vorherzusagen sind, können am einfachsten verhindert werden. Es sind die unerwarteten Ereignisse, die für Unruhe sorgen und von den Verantwortlichen, Computermodellen oder Investoren nicht entdeckt werden – bis es zu spät ist.

Zum Beispiel ist es möglich, dass Bitcoin einbricht und sich die Inflation gleichzeitig verstärkt, was die Fed dazu zwingt, die Zinssätze zu erhöhen, was gleich dreifache Ängste auslöst. Oder Trump könnte die negativen Auswirkungen seiner neuen protektionistischen Maßnahmen unterschätzen und Einfuhrzölle auf Importe aus China und Mexiko einheben, genau zu der Zeit, wenn die chinesische Wirtschaft ins Trudeln gerät und etwas, was wir nicht vorhersehen können, diese Probleme noch verstärkt. Oder alles läuft 2018 wie am Schnürchen, was auch gut wäre.

Rick Newman