2018 gibt es keinen Literaturnobelpreis – In diesen Jahren ist die Verleihung schon einmal ausgefallen

In diesem Jahr bleibt das Podium des Literaturnobelpreises leer. Das ist nicht das erste Mal in der Geschichte des Preises. (Bild: Getty Images)

Wegen des Belästigungs- und Korruptionsskandals, der derzeit die Schwedische Akademie erschüttert, wird in diesem Jahr der Literaturnobelpreis nicht vergeben. Damit fällt der höchste internationale Literaturpreis seit seiner ersten Verleihung im Jahr 1901 schon zum siebten Mal aus. 

Die ersten beiden Jahre, in denen der Literaturnobelpreis nicht vergeben wurde, 1914 und 1918, markieren den Beginn und das Ende des Ersten Weltkrieges – der Grund für die Nichtverleihung des Preises. Das Weltgeschehen ließ einen Fokus auf die Literatur nicht zu.

Auch im Jahr 1935 wurde kein Literaturnobelpreis vergeben. Die Gründe dafür sind allerdings nur schwer auszumachen. Nachweislich befand sich die Schwedische Akademie in den 20er- und 30er-Jahren in einer Sinnkrise. Das Komitee hatte Probleme, sich auf Preisträger festzulegen. In dieser Zeit entschied man sich dafür, Autoren für einzelne Werke zu würdigen, statt ihr ganzes Werk zu berücksichtigen. Trotz dieses Schrittes konnte sich das Komitee im Jahr 1935 nicht einigen. Ein heißer Anwärter auf den begehrten Preis war in diesem Jahr der britische Lyriker John Masefield, der aufgrund der Unstimmigkeiten in der Akademie letztendlich nie einen Literaturnobelpreis bekommen sollte.

Auch in den Jahren 1941 bis 1943 wurde aufgrund der weltpolitischen Lage kein Nobelpreis für Literatur vergeben. Europa befand sich in den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges.

Im Jahr 2018 muss die Welt ohne Literaturnobelpreis auskommen, doch die Vergabe werde im kommenden Jahr nachgeholt, wie das Gremium der Schwedischen Akademie nun mitteilte. Bisher ist es sieben Mal vorgekommen, dass der renommierte Literaturpreis im Folgejahr verliehen wurde. In den meisten Fällen konnte sich das Gremium im Jahr zuvor schlichtweg nicht auf einen Preisträger einigen. So geschehen insbesondere in den 20er-Jahren. Das betraf die Preisträger Romain Rolland (1915), Carl Spitteler (1919), George Bernard Shaw (1925), Grazia Deledda (1926), Henri Bergson (1927), Eugene O´Neill (1936) und William Faulkner (1949).

Wenn in einem Jahr kein Preisträger ermittelt werden kann oder aus anderen Gründen der Preis nicht vergeben wird, so spart die Akademie das Preisgeld für das nächste Jahr auf, damit der Preis im besten Fall rückwirkend vergeben werden kann. Sollte es nicht zu einer rückwirkenden Auszeichnung kommen, so fließt das Geld in den Hauptfond des Nobelpreises. In den Jahren 1941 bis 1943 floss ein Drittel der Preisgelder in den Hauptfond und der Rest in den Kategorienfond.