Tesla kann die eigenen Produktionsziele bislang nicht erfüllen. Darum übt Elon Musk bei der Vorlage der jüngsten Zahlen auch Selbstkritik.


Nur 2400 Model 3 hat Tesla im vierten Quartal hergestellt. Dabei soll die Limousine dem Unternehmen helfen, sich vom Nischenanbieter zum Massenproduzenten zu entwickeln. Bislang bietet Tesla nur Luxuswagen wie Model S oder Model X an, deren Preise sich um die 100.000 Dollar bewegen. Das Model 3 kostet nur rund ein Drittel, bis zu einer halben Million Vorbestellungen liegen vor.

Doch Tesla hadert seit Monaten mit dem Hochfahren der Herstellung. Seit Juli 2017 produziert das kalifornische Unternehmen das Model 3, hat die Anleger allerdings mehrfach mit Problemen in seiner Batteriefabrik in Reno und der Fabrik in Fremont enttäuscht. Die sollen jetzt aber überwunden sein, verkündete Tesla-Chef Elon Musk. Das Jahr „wird für Tesla eine gewaltige Veränderung mit sich bringen, mit einem außerordentlichen Hochfahren der Geschäfte“, sagte Musk.

Im Gespräch mit Analysten sparte Musk aber auch nicht mit Selbstkritik. Insbesondere die Probleme bei der Batterieproduktion habe sein Unternehmen nicht vorhergesehen. „Wir waren ein bisschen zu selbstsicher und haben uns zu stark auf unsere Fertigungskompetenz für Batteriemodule verlassen“, erklärte der Tesla-Chef. Für die Probleme in der Gigafactory macht Musk aber auch seine Zulieferer verantwortlich. „Zwei Bereiche in der Produktion, die an andere Unternehmen ausgelagert wurden, haben nicht funktioniert“, so Musk. Entsprechende Zusagen seien nicht eingehalten worden.


Laut Tesla sollen bis Ende März 2018 ganze 2500 Model 3 pro Woche vom Band laufen, bis Ende Juni 2018 doppelt so viele. Eine gewaltige Steigerung, die Investoren genau überprüfen werden und die Musk seinem Ziel näher bringt, jährlich eine halbe Million Fahrzeuge zu produzieren. Dieses langjährige Versprechen wird Tesla in diesem Jahr allerdings auf keinen Fall einlösen können.

Die Aktie reagierte auf die Quartalszahlen zunächst mit einem kleinen Kurssprung, der sich aber im Laufe des nachbörslichen Handels in ein leichtes Minus verwandelte. Anleger warten offenbar lieber ab, was passiert. Die Frage, die viele umtreibt: Kann Musk sein Versprechen halten?

Ansonsten verkündete Tesla ordentliche Zahlen. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 43 Prozent auf 3,28 Milliarden Dollar. Der Verlust schnellte von 121 auf 675 Millionen Dollar hoch, was aber von Analysten aufgrund der Produktionssteigerung erwartet wurde. Das Minus fiel etwas geringer aus, als sie prognostiziert hatten.

Die Firma verbrannte mit 277 Millionen Dollar relativ wenig Cash, was Tesla auf verschiedene Faktoren zurückführt: verbesserter Lagerbestand für das Model S und das Model X, geringere Investitionen in das Model 3 als erwartet und 24 Prozent höhere Vorbestellungen.

Die dürften größtenteils auf das Model 3 entfallen. Allerdings bietet Tesla jetzt auch einen E-Lastwagen und einen neuen Roadster an, die jeweils bis zu einer Viertelmillion Dollar kosten. Auch diese Modelle können Kunden bereits vorbestellen. Für das Model 3 muss man 1000 Dollar auf den Tisch legen, für den Lkw 20.000 Dollar.