200 russische Marine-Soldaten verweigern Einsatz in Ukraine - erfolglos

200 russische Marine-Soldaten verweigern Einsatz in Ukraine - erfolglos

Nach Informationen des ukrainischen Geheimdienstes haben 200 Marine-Soldaten der 810. Brigade der Schwarzmeer-Flotte Russlands sich geweigert, wieder zurück in den Krieg in die Ukraine zu ziehen.

In einem Interview mit dem Sender Radio Liberty sagte Vadym Skibitsky, der Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes beim Verteidigungsministerium in Kiew, die Soldaten hätten sich dem Befehl zunächst widersetzt, in die südliche Ukraine zurückzukehren. Das habe die gesamte Strategie Russlands durcheinander gebracht.

Trotz allem befinde sich die Brigade mittlerweile vor Ort. Allerdings seien Kampfeswillen und auch Erfahrung "derzeit nicht vorhanden", so Skibitsky.

Die Hauptaufgabe der 810. Brigade sei die Durchführung von Marineoffensiven und generell Angriffsaktionen. "Und wenn es keine ausgebildeten Spezialisten gibt, wenn es keine klare Koordination der Einheit gibt, dann wird das Kampfpotenzial (...) der gesamten Brigade sinken".

Schon kurz nach Beginn des Krieges gab es Berichte über mangelnde Motivation seitens der russischen Soldaten, die für Moskaus "Spezialoperation" in die Ukraine geschickt werden.

Zudem bringt Russland ukrainischen Angaben zufolge gefallene Soldaten nicht zurück in die Heimat. Zuhause haben Angehörige kaum Informationen über den Verbleib der in den Krieg gezogenen jungen Männer. Schon zu Beginn des Krieges hatten Mütter russischer Soldaten Informationen zum Verbleib ihrer Söhne und Kriegsgefangenen in der Ukraine gefordert.

In der südrussischen Region Burjatien helfen Organisationen Soldaten dabei, ihre Verträge zu kündigen und zurück nach Hause zu kehren. Immer mehr Menschen, sowohl Soldaten als auch Angehörige, wenden sich mit Hilfegesuchen an die Stiftung.

Der britische Geheimdienst hat Informationen veröffentlicht, nach denen immer mehr Söldner die Aufgaben der russischen Truppen übernehmen. Die Wagner-Gruppe werde mittlerweile bei den gleichen Missionen eingesetzt, wie zuvor russische Soldaten. Die Rede war von einer "signifikanten Veränderung" zu vorherigen Einsätzen.

Auch in russischen Gefängnissen werden "freiwillige" Personen rekrutiert, die im Gegenzug für eine verkürzte Strafe in den Krieg ziehen wollen.

Nach US-Angaben sind bei dem Krieg in der Ukraine bisher bereits 75.000 russische Soldaten verletzt oder getötet worden. Das russische Militär hat laut der demokratischen US-Abgeordneten Elissa Slotkin "unglaubliche Investitionsbeträge in ihre Landstreitkräfte" getätigt, doch über 80 Prozent seien, wie sie sagte, "bogged down", also unmotiviert und müde.

In St. Petersburg nahm der russische Präsident Putin am vergangenen Wochenende zum Tag der Marine eine Parade ab. An der Militärschau auf der Newa waren 47 Kriegsschiffe der russischen Nordmeer-, Pazifik-, Ostsee- und Schwarzmeerflotten beteiligt, auch Hubschrauber und Flugzeuge wurden vorgeführt.

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