Suche nach rund 200 entführten Kindern beginnt in Nigeria

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Aus dieser nigerianischen Schule wurden erst im Februar Hunderte Schulkinder verschleppt (Bild: dpa)
Aus dieser nigerianischen Schule wurden erst im Februar Hunderte Schulkinder verschleppt (Bild: dpa)

Im Norden Nigerias hat die Suche nach rund 200 entführten Kindern begonnen. Am Montag gab es nach Angaben von Behörden noch keine neuen Erkenntnisse über die Identität der Täter. Bewaffnete hatten die zwischen 3 Jahre und 14 Jahre alten Kinder am Sonntag aus einer Schule entführt. Auch drei Lehrer seien gekidnappt worden, hieß es.

Nach Angaben des Leiters der Schule in der Stadt Tegina im Bundesstaat Niger, Umar Idris, haben Eltern von 136 Schülern die Identität ihrer Kinder auf einer Vermisstenliste bestätigt. Der Identifikationsprozess gehe noch weiter, so Idriss; man vermute, dass die Entführer rund 200 Kinder oder sogar mehr in ihre Gewalt gebracht haben. Die Schule unterrichtet mehr als 300 Mädchen und Jungen.

Bewaffnete auf Motorrädern hatten am Sonntag um sich geschossen. Eine Person sei dabei getötet worden, eine weitere verletzt, sagte Idriss der Deutschen Presse-Agentur. In der Region hatten erst im Februar Bewaffnete 27 Schüler verschleppt und einen getötet.

Entführungen häufen sich

Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas sind in den vergangenen Jahren wiederholt Schüler und Studenten entführt worden. Der spektakulärste Fall ereignete sich 2014, als die islamistische Terrormiliz Boko Haram 276 Schülerinnen entführte. Inzwischen terrorisieren auch kriminelle Banden die Bevölkerung mit Massenentführungen. Offen bleibt meist, ob Lösegeld gezahlt wurde.

Protest gegen die anhaltende Entführungswelle in Gauruka am 24. Mai (Bild: Kola Sulaimon/AFP)
Protest gegen die anhaltende Entführungswelle in Gauruka am 24. Mai (Bild: Kola Sulaimon/AFP)

Erst am Samstag war eine Gruppe von 14 entführten Studenten und Universitätsmitarbeitern in Nigeria nach über einem Monat Geiselhaft wieder freigekommen. Die Studenten und Angestellten der Greenfield Universität in Kaduna waren am 20. April von unbekannten Bewaffneten entführt worden. Während der Verhandlungen mit der Regierung um ein Lösegeld töteten die Entführer fünf Geiseln, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

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