2 Punkte für die Steinhoff-Aktie

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Als Steinhoff International Holdings (WKN: A14XB9) im Dezember 2017 einen milliardenschweren Bilanzskandal zugab, brach die Aktie in sich zusammen. Der Konzern hatte über viele Jahre mithilfe von unzähligen Tochtergesellschaften seine Erträge geschönt und wieder einmal war es niemandem aufgefallen.

Doch Steinhoff besitzt mit seinem Möbel- und Haushaltswarenhandel ein real existierendes und im Grunde wertvolles Geschäft. So wurde ein Rettungsversuch unternommen, der langsam Früchte trägt. Viele unprofitable Unternehmensteile wurden bereits veräußert und nun bahnt sich eine sehr wichtige Einigung mit den geschädigten Investoren an.

Die Steinhoff-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten bereits mehr als 140 % gestiegen. Sie könnte sich jetzt auf dem Weg der Besserung befinden (24.03.2021). Dazu passen die folgenden beiden positiven News.

1. Steinhoff-Versicherungen zahlen 93 Mio. US-Dollar

Steinhoffs Manager-Haftpflichtversicherungen möchten 93 Mio. US-Dollar (circa 78,8 Mio. Euro) zur Beilegung der aktuellen Rechtsstreitigkeiten zahlen. Unternehmen schließen sogenannte D&O (Directors & Officers)-Versicherungen für ihre Manager ab, um sie vor den finanziellen Folgen einer Klage abzusichern.

Die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Heather Sonn und Christo Wiese sowie der Gründer Bruno Steinhoff werden von den Versicherungen mit eingeschlossen. Sie klammern hingegen die ehemaligen Mitarbeiter Markus Jooste (Vorstandsvorsitzender), Ben la Grange (Finanzchef), Siegmar Schmidt (Europa-Chef) und Stephan Grobler (Sekretär) aus. Der Großteil der Versicherungssumme wird nun den wichtigsten Aktionären angeboten.

93 Mio. Euro decken nur einen Bruchteil der Betrugssumme von 7 Mrd. Euro. Dennoch kann sie zum Abschluss eines Vergleichs beitragen. Im Februar 2021 hatte der ehemalige Wirtschaftsprüfer Deloitte bereits eine ähnliche Vereinbarung mit Steinhoff geschlossen. Er bietet den Investoren für einen Vergleich 77,9 Mio. Euro.

Steinhoff möchte mit den Hauptklägern um dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Christo Wiese schnellstmöglich eine Einigung erzielen.

2. Vereinbarungen mit Conservatorium Holdings und Titan werden wirksam

Um einen Vergleich zu erzielen, muss sich Steinhoff mit seinen mit den Investoren Conservatorium und Dr. Christo Wieses verbundenen Unternehmen (Titan) einigen. Am 14. Februar 2021 wurde eine vorläufige Vereinbarung mit den beteiligten Firmen geschlossen, um den Rechtsstreit zu beenden.

Nun konnte unter folgenden Bedingungen eine endgültige Abmachung geschlossen werden. Dazu zählt ein Vertrag, der einen Vergleich zwischen Steinhoff und den verbundenen Dr. Christo Wiese-Unternehmen unterstützt und wichtige Punkte zwischen den Parteien regelt. Über ihn werden die ausstehenden Gläubigerversammlungen entscheiden.

Darüber hinaus wurde zwischen Steinhoff und Titan ein fünfjähriger Zahlungsplan bestätigt, der einem südafrikanischen Vergleichsverfahren unterliegt.

Fazit

Gelingt Steinhoff in den Niederlanden und Südafrika ein erfolgreicher Abschluss seiner Schutzschirmverfahren, hätte das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung Neuanfang getan. Die Aktie nimmt aktuell bereits einen positiven Ausgang der Verhandlungen vorweg.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine de erwähnten Aktien.

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