2 Piloten werden zu Flüchtlingsrettern

Beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren sind laut UN seit Anfang des Jahres rund 700 Menschen ertrunken. Zu spät werden die in Seenot geratenen Boote oft von Flüchtlingsrettern entdeckt.

Damit sich das ändert, haben zwei französische Piloten ein Projekt gestartet. Aus der Luft unterstützen José Benavente und Benoît Micolon Hilfsorganisationen vor der libyschen Küste. Mit einem Kleinflugzeug halten sie nach Schiffbrüchigen Ausschau und geben im Notfall den Rettungsteams Bescheid.

Euronews hat mit Benoît Micolon über ihr Projet „Pilotes Volontaires“, zu Deutsch „Freiwillige Piloten“, gesprochen.

NGOs stoßen mit Schiffen "an ihre Grenzen"

Micolon erklärt: „Ich habe dieses Projekt im Januar mit meinem Freund José gestartet. Denn wir wussten, was sich vor der Küste Libyens abspielt. Dort gibt bereits einige NGOs, die versuchen mit Schiffen Menschen zu retten. Wenn es aber darum geht, zu beobachten und Flüchtlingsboote zu entdecken, stoßen sie an ihre Grenzen.“

Oft würden die Menschen von Schleusern in Libyen in völlig seeuntaugliche Boote gezwängt. Wenn diese kentern, zählt jede Sekunde. Ihre ersten Einsätze hatten die „Pilotes Volontaires“ Anfang Mai.

"Wenn man es selbst miterlebt, sind es nicht mehr nur Nachrichten"

„Während dieser Phase haben wir bereits zwei Aktionen gestartet, berichtet Micolon. „Bei beiden haben wir je zwei Boote gefunden. Manche waren voller Menschen, andere waren leer. Ob diese Menschen gerettet wurden oder nicht werden wir nie erfahren.

Man kennt diese Bilder aus dem Fernsehen, aus den Nachrichten. Man sieht die Boote in Videos im Internet. Aber wenn man es selbst miterlebt, sind es nicht mehr nur Nachrichten.“

Ihr Kleinflugzeug haben die beiden Piloten aus eigenen Mitteln finanziert. Sie hoffen, ihr Projekt mit Spenden ausbauen zu können und dass sich weitere Helfer anschließen. Bisher wurden Flugzeuge und Helikopter über dem Mittelmeer nur zum Grenzschutz, nicht zur Rettung eingesetzt.

Benoît Micolon versteht das nicht. „Man kann nicht nichts tun. Jeder sollte ein menschenwürdiges Leben und den Respekt anderer haben. Und erste Hilfe bekommen, wenn er sie braucht.“