2 Jahre Flüchtlingspakt: "Erfolg" oder "unannehmbar"?

Vor zwei Jahren trat der Flüchtlingspakt zwischen EU und Türkei in Kraft. Sein Ziel: Die illegale Einwanderung nach Europa einzudämmen. Dafür unterstützt die Union Ankara mit Geld.

Brüssel und auch Berlin werten den Deal als "Erfolg". Die Flüchtlingsströme haben nachgelassen, auch dank der geschlossenen Balkanroute. Kritiker sagen: Das Leid sei weiterhin groß, nur ausgelagert vor die Tore Europas.

"Die Europäische Union bezahlt die Türkei, damit sie ihren eigenen internationalen Pflichten nicht nachkommen muss – gegenüber diesen Menschen, die lediglich eine bessere, sichere Zukunft suchen", so Gabriel Sakellaridis von Amnesty International Griechenland. Dass die EU dabei die Türkei als sicheren Drittstaat anerkenne, sei unannehmbar. 

Durch den Pakt sitzen viele Geflüchtete in der Türkei fest – und nach wie vor auch auf den griechischen Inseln. Oft unter unmenschlichen Bedingungen. Diese Abschottung müsse aufhören, fordert Vassilis Papadopoulos vom griechischen Flüchtlingsrat.

"Athen muss sich an das Gesetz halten. Flüchtlinge, die Chancen auf Asyl haben, sollten von den Inseln aufs Festland gebracht werden. So würden die Lebensumstände in den Lagern besser. Das ist der einzig richtige Weg und die EU sollte Griechenland dabei unterstützen", sagt Papadopoulos.

Mehr als 13.000 Flüchtlinge harren derzeit noch auf den ägäischen Inseln aus.