2 Dinge, auf die ich bei HelloFresh im kommenden Jahr achten werde!

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Für HelloFresh (WKN: A16140) war das Jahr 2020 von Umsatzsprüngen, hohen Gewinnen und einem explodierenden Aktienkurs geprägt. Für das Gesamtjahr könnte ein Nachsteuergewinn von 300 Mio. Euro zusammenkommen. Damit hat HelloFresh voraussichtlich das Kunststück geschafft, gleich in seinem ersten profitablen Geschäftsjahr einen dreistelligen Millionengewinn anzuhäufen.

Begünstigt wurde dieser enorme Erfolg durch die weltweiten Lockdowns und die Tendenz, mehr im Homeoffice zu arbeiten. Aber angesichts dieses phänomenalen Jahres stellt sich die Frage, ob im kommenden Jahr nahtlos an diesen Erfolg angeknöpft werden kann. Aktuell kann das noch niemand mit Gewissheit beantworten. Aber diese zwei Indikatoren sind für mich in den kommenden Quartalen ausschlaggebend.

1. Ist die Prognose einmal mehr zu konservativ?

Anfang Dezember hat HelloFresh zum fünften Mal in diesem Jahr die Prognose für das noch laufende Jahr weiter angehoben. Demnach soll der Umsatz um bis zu 112 % gegenüber dem Vorjahr steigen. Damit sprintet das Unternehmen mit enormem Schwung in die Zielgerade. Dennoch fällt die Prognose für das kommende Jahr sehr vorsichtig aus.

Der Umsatz soll im nächsten Geschäftsjahr demnach um 20 bis 25 % gegenüber dem Rekordjahr 2020 steigen. Die Gewinnmarge soll etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben. Das ist ein extrem gutes Zeichen. Denn HelloFresh erwartet offensichtlich nicht, auf große Rabattaktionen zurückgreifen zu müssen, um neue Kunden zu gewinnen.

Damit dürfte gleichzeitig auch der Gewinn etwa um 20 bis 25 % steigen, wenn sich die Prognosen in dieser Form erfüllen sollten. Und genau da liegt der erste wichtige Indikator. In das laufende Jahr ist HelloFresh mit einer ganz ähnlichen Prognose gestartet und hat schon im März zum ersten Mal die Prognose kräftig angehoben.

Sollte HelloFresh entgegen der eigenen Erwartung weiter in dem Tempo wachsen, dürfte es schon in wenigen Wochen zu einer Erhöhung der Prognose für das Quartal oder auch das Gesamtjahr kommen.

2. Kann HelloFresh die Kunden halten?

Im weiteren Jahresverlauf wird zudem interessant, wie sich die Kunden verhalten, die in diesem Jahr dazugekommen sind. Denn wenn sich die Situation wieder normalisiert und ein Großteil der Arbeitnehmer in Büros sitzt, könnten viele der neu gewonnenen Kunden ihr Abo wieder kündigen. Sollte die Kundenzahl dagegen weiter kontinuierlich ansteigen, wäre das ein extrem gutes Zeichen für die Stärke des Unternehmens.

Fazit: Kurspotenzial vorhanden? Es kommt drauf an …

Aber bedeutet das auch, dass die Aktie noch weiter steigen könnte? Immerhin hat sich der Kurs in diesem Jahr mehr als verdreifacht.

In diesem Jahr könnte der Gewinn je Aktie bei etwa 1,70 Euro liegen, wenn die 300 Mio. Euro tatsächlich erreicht werden. Beim aktuellen Aktienkurs von 61,90 Euro (Stand 21.12.2020) ergibt das ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 36. Sollte der Gewinn im kommenden Jahr um 20 % steigen, würde sich ein Ergebnis je Aktie von etwa 2,05 Euro ergeben. Damit würde das KGV schon auf 30 fallen.

Aber was wäre, wenn das Jahr einmal mehr deutlich besser laufen sollte, als ursprünglich erwartet? Geht man davon aus, dass HelloFresh den Gewinn um 40 % steigern wird, läge das Ergebnis je Aktie schon bei knapp 2,40 Euro. Das KGV würde dann nur noch bei 26 liegen.

Ob es im kommenden Jahr also noch Potenzial für weitere Kurssprünge gibt, hängt also ganz davon ab, ob HelloFresh einmal mehr mit starken Zahlen weit über den Prognosen glänzen kann. Sollten die Ergebnisse dagegen nur im Rahmen der Erwartungen liegen, ist im kommenden Jahr eine Seitwärtsbewegung wahrscheinlicher.

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Dennis Zeipert besitzt HelloFresh-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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