2 deutsche Aktien, die jetzt auf deine GARP-Watchlist gehören: Adidas und Ströer

Robert Schleifenbaum, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Warren Buffett würde sich selbst wahrscheinlich nicht als GARP-Investor identifizieren. Dennoch haben beide Investment-Philosophien viel gemeinsam. Bei GARP-Aktien (Growth At a Reasonable Price) handelt es sich um Wachstumstitel, bei denen man einen fairen Preis für das erwartete Wachstum bezahlt. Auch Buffetts Spezialität ist es, großartige Unternehmen zu finden und für diese maximal einen fairen Preis zu bezahlen.

Doch wie findet man nun also GARP-Unternehmen? Zunächst ist es sinnvoll, ein Screening vorzunehmen, welche Aktien überhaupt in Frage kommen.

Mit Adidas (WKN:A1EWWW) und Ströer (WKN:749399) habe ich für euch die Arbeit getan und zwei Unternehmen herausgesucht, die in das Beuteschema eines GARP-Investors passen.

Adidas

Lange Zeit im Schatten des größeren Konkurrenten aus den USA, Nike, ist Adidas mit Vollgas auf Aufholjagd. Über die letzten drei Jahre war das Papier im Sprint Richtung Norden unterwegs, es hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht.

Ist die Aktie jetzt schon zu teuer? Ich denke nicht, denn für den deutschen Sportartikelhersteller wird bis 2020 weiterhin hohes Gewinnwachstum prognostiziert. Nach Daten von finanzen.net vom 11.11.2017 wird für 2020 bereits ein Ergebnis von ca. 11 Euro je Aktie erwartet. Das liegt um 4,30 Euro höher als das für 2017 erwartete Ergebnis je Aktie von 6,70 Euro und entspricht einer erwarteten Gewinnsteigerung von 64 Prozent.

Allerdings liegt das für 2017 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Adidas zurzeit auch bei 26,47 (Daten von finanzen.net vom 11.11.2017). Doch um den vermeintlich teuren Preis bei dem erwarteten Gewinnwachstum richtig einordnen zu können, empfiehlt sich die PEG-Ratio, welche ich bereits einmal hier erklärt habe.

Bei einem KGV von ca. 26,5 und einem erwarteten durchschnittlichen Gewinnwachstum von ca. 20 Prozent über die nächsten drei Jahre ergibt sich für Adidas eine PEG-Ratio von 1,33. Damit sieht die Aktie zwar nicht nach einem Schnäppchen aus, hat aber eine deutlich niedrigere Bewertung als andere Wachstumstitel aus dem DAX.

Ströer

Auch die Aktie von Ströer war für Anleger in den letzten drei Jahren ein voller Erfolg. Ebenso wie Adidas konnte der Werbespezialist seinen Wert an der Börse innerhalb dieser Zeit mehr als verdreifachen. Und das zurecht, denn Umsatz und Gewinn entwickelten sich prächtig.

Während 2013 noch ein Umsatz von 622 Millionen Euro und und ein bereinigtes Konzernergebnis von 36,3 Millionen Euro in den Büchern stand, waren es 2016 bereits 1,12 Milliarden respektive 156,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Gewinnwachstum von 330 Prozent.

Auch die am 10.11.2017 veröffentlichten Quartalszahlen bestätigten die starke Entwicklung. So konnte Ströer in den ersten 9 Monaten 2017 sein bereinigtes Konzernergebnis um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2017 erwartet die Unternehmensführung einen Gewinn von mindestens 175 Millionen Euro. Hierdurch ergibt sich beim aktuellen Kurs von 60,70 Euro ein für 2017 erwartetes KGV von höchstens 19.

Geht man weiterhin von 20 Prozent Gewinnwachstum für die nächsten 3–5 Jahre aus, lässt sich eine PEG-Ratio von unter 1 errechnen, was dafür spricht, dass die Aktie sehr günstig ist. Abzuwarten bleibt jedoch, ob Ströer das starke Gewinnwachstum langfristig halten kann.

Übrigens, Ströer gehört zu den Lieblingsaktien von Richard Pease. Auch er betrachtet die Aktie zurzeit als attraktiv bewertet.

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Robert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nike.

Motley Fool Deutschland 2017