2.000 Jahre alter Römertempel direkt am Limes begeistert niederländische Archäologen

2.000 Jahre alter Römertempel direkt am Limes begeistert niederländische Archäologen

Archäologen haben im Osten der Niederlande nahe der Gemeinde Zevenaar, nur einen Steinwurf von der deutschen Grenze entfernt, eine fast 2.000 Jahre alt römischen Tempelanlage entdeckt.

Eine Sensation, schwärmt der Ärchäologe Erik Verhelst van Raap. "Wir befinden uns in der Mitte des Heiligtums. An dieser Stelle hatten wir zu Beginn der Ausgrabungen ein kleines Fundament gefunden.

Als wir unsere Suche vertieften, stießen wir auf die Überreste eines großen Tempelgebäudes mit einem sieben mal sieben Meter großen Kern.Und eine Außenmauer, die schätzungsweise 22 mal 22 Meter groß war. Zusammen erkennen wir dies als ein sogenanntes gallo-römisches Vereinigungssiegel."

Tempelanlage direkt der Nordgrenze des Römischen Reiches

In den Niederlanden sind mehrere römische Heiligtümer bekannt, dies ist laut der Agentur für Kulturerbe der erste Tempel, der direkt an der Nordgrenze des Römischen Reiches (Limes) in den Niederlanden gefunden wurde.

Rund um Zevenaar wurden bereits einige Funde gemacht, aber dieser gilt als etwas ganz Besonderes, eine vollständige Anlage mit Opferstätten, zahlreichen kleinen Altären, Götterstatuen und bemalten Wänden.

Eine weitere Besonderheit erläutert Forschungsleiter Erik Norde. "Ich sitze hier auf einem ganz außergewöhnlichen Steinbrunnen aus der Römerzeit. Das Einzigartige an diesem Brunnen ist, dass er sich nicht über über der Oberfläche erhob, sondern die Menschen über eine Leiter aus großen Steinblöcken in den Brunnen hinabsteigen konnten."

Römische Soldaten beteten hier ihre Götter an

Im Ort Herwen-Hemeling hatten Hobby-Archäologen Ende 2021 erste Objekte gefunden und die Behörden informiert. Bei weiteren Untersuchungen entdeckten dann Experten am Rhein bei einem Hügel die Anlage. Dort befanden sich zur römischen Zeit mindestens zwei Tempel. Römische Soldaten, die dort vom 1. bis 4. Jahrhundert stationiert waren, hatten dort nach Auffassung der Archäologen ihre Götter angebetet.

Auch die Inschriften auf den Votivsteinen sind noch deutlich zu erkennen. Archäologen dürfen sich auf viele neue Erkenntnisse über das Wirken der Römer in diesem Teil Europas freuen.

Ein Teil der Funde soll im archäologischen Museum in Nimwegen (Nijmegen) ausgestellt werden.

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