2:0 gegen Hertha: Souveräne Heimpremiere für BVB-Coach Bosz

SID
2:0 gegen Hertha: Souveräne Heimpremiere für BVB-Coach Bosz

Einen Tag nach dem größten Transfer der Bundesliga-Geschichte hat sich Borussia Dortmund bei der Heimpremiere von Trainer Peter Bosz mit einem überzeugenden Sieg an die Tabellenspitze gesetzt. Beim 2:0 (1:0) gegen Hertha BSC vermisste die Mannschaft des Niederländers den Rekordverkauf Ousmane Dembélé nicht und bleibt vor heimischem Publikum seit nunmehr 39 Spielen ungeschlagen. Der Franzose wechselt für bis zu 147 Millionen Euro zum FC Barcelona.
Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (15.) verwandelte eine Vorlage von Nuri Sahin zum Führungstreffer. Sahin (57.) erhöhte später selbst auf 2:0, nachdem der Ball von Maximilian Philipp abgeprallt und dem Türken vor die Füße gefallen war. Mit sechs Punkten und 5:0 Toren führen die Dortmunder die Tabelle vor Rekordmeister Bayern München und dem Hamburger SV an. Die Hertha rutschte nach der Niederlage auf Platz acht ab. 
Bosz setzte gegen den Hauptstadtklub auf dieselbe Elf, die am vergangenen Samstag beim 3:0 in Wolfsburg geglänzt hatte. Auch Rückkehrer Mario Götze spielte nach überstandener Stoffwechselstörung wieder von Beginn an, wurde aber in der 63. Minute durch Shinji Kagawa ersetzt. 
Für Kapitän Marcel Schmelzer kam ein Einsatz noch zu früh, für ihn verteidigte auf der linken Abwehrseite wie in der Vorwoche Neuzugang Dan-Axel Zagadou. Schmelzer hat nach einem Außenbandriss im Sprunggelenk noch Trainingsrückstand. Nachdem Sokratis kurz vor dem Pausenpfiff angeschlagen ausgewechselt werden musste, kam Ömer Toprak, der im Sommer vom Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen gekommen war, zu seinem Pflichtspieldebüt im Trikot des BVB. 
Zudem fehlten Bosz vor 80.860 Zuschauern Marco Reus (Kreuzband-Teilriss), Julian Weigl (Sprunggelenksbruch), Raphael Guerreiro (Fußbruch), Weltmeister André Schürrle (Muskelfaserriss), Sebastian Rode (Stressreaktion am Schambein) und Erik Durm (Hüftprobleme), dessen Wechsel zum Aufsteiger VfB Stuttgart wohl geplatzt ist. Aufseiten der Berliner musste Trainer Pal Dardai unter anderem auf Torhüter Jonathan Klinsmann und U21-Europameister Davie Selke verzichten. 
Von Beginn an zeigten die Dortmunder das Bosz-typische Gegenpressing, griffen die tief stehenden Berliner früh an und setzten sie so unter Druck. Jeder Fehlpass und Ballverlust von Dardais Elf wurde vom BVB umgehend bestraft: Mit schnellem Umschaltspiel kamen die Schwarz-Gelben immer wieder gefährlich vor das Tor von Berlin-Keeper Rune Jarstein.
Europa-League-Teilnehmer Hertha ergab sich seinem Schicksal zwar nicht kampflos, blieb offensiv aber gänzlich ungefährlich. Neuzugang Mathew Leckie und Vedad Ibisevic kamen zu Möglichkeiten, die BVB-Torwart Roman Bürki aber keine Probleme bereiteten. Die beste Chance für die Berliner hatte Vladimir Darida (70.), als er eine Flanke mit der Hacke links am Tor vorbeischob. 
Den Verlust des besten Vorlagengebers der Vorsaison, Dembélé, verkraftete der BVB auch dank Christian Pulisic problemlos, der seine Sache auf dem rechten Flügel wie schon gegen Wolfsburg sehr gut machte und das 2:0 mehrfach selbst auf dem Fuß hatte (28./52.).