18 Tote bei schwerem Busunglück auf Autobahn 9 in Oberfranken

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A5 bei nach Unfall mit Gefahrguttransporter gesperrt

Ein Auffahrunfall eines Reisebusses auf einen Lastwagen hat am Montag auf der Autobahn 9 in Oberfranken zu einem Großbrand mit 18 Toten geführt: Wegen des schnell um sich greifenden Feuers konnten sich nur 30 von 48 Insassen aus dem Bus retten, wie die Polizei mitteilte. Zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr, unter den anderen 28 waren weitere Schwerverletzte. Der Unfall löste bundesweit Entsetzen aus.

Es handelt sich um eines der schwersten Busunglücke in Deutschland seit Jahren. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft fuhr der Bus aus ungeklärter Ursache im Stau auf einen vor ihm fahrenden Lastwagen auf. Kurz darauf sei der mit einer 46-köpfigen Seniorengruppe aus Sachsen sowie zwei Busfahrern besetzte Bus in Flammen aufgegangen. Erstretter der Feuerwehr berichteten, dass bei ihrem Eintreffen der Bus bereits so stark gebrannt habe, dass keine Menschen mehr geborgen werden konnten.

Bei der Reisegruppe handelte es sich um Männer und Frauen zwischen 41 und 81 Jahren, die Toten - darunter der Fahrer des Busses - waren im Alter zwischen 66 und 81 Jahren. Der Fahrer des Lastwagens blieb laut Polizei körperlich unverletzt. Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts sollten die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen nach der Bergung identifizieren.

Warum der Bus so schnell in Flammen aufging, sei zunächst noch völlig unklar, sagte der an den Unfallort gereiste Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Für die Retter sei nicht mehr an einen Rettungseinsatz zu denken gewesen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte vor Ort, es habe sich um einen ganz gewöhnlichen Unfall gehandelt. Der Bus sei schräg auf den Lastwagen aufgefahren und offensichtlich sofort komplett in Flammen aufgegangen. Herrmann kritisierte das Verhalten anderer Autofahrer, die die Feuerwehren bei der Fahrt zur Unglücksstelle dadurch behindert hätten, dass sie keine Rettungsgasse bildeten.

Außer dem Bus brannte auch der Anhänger des Lasters vollständig aus. Der Bus war am Montagvormittag aus Dresden kommend nach Süden gefahren, als sich der Unfall ereignete. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt. Am Unfallort waren etwa 200 Rettungskräfte von Feuerwehren, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Auch mehrere Rettungshubschrauber waren vor Ort.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte bestürzt auf den Unfall. Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer, den Verletzten wünsche sie schnelle Genesung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, er fühle mit den Angehörigen mit.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach von einer "furchtbar schrecklichen Katastrophe". Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erklärte, er habe den "schrecklichen Unfall einer sächsischen Reisegesellschaft" mit "großer Betroffenheit" aufgenommen.

Wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer und der Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes mitteilten, war der Unfallbus drei Jahre alt. Zuletzt sei er im April ohne Beanstandung durch den TÜV gekommen. Der verstorbene Busfahrer habe noch im Jahr 2013 eine Auszeichnung für langjähriges unfallfreies und sicheres Fahren erhalten und sei auch seitdem unfallfrei gefahren.