Ärzte fordern Stillen als Schulfach für Kinder ab 11 Jahren

Ärzte wollen, dass Schulkinder über das Stillen aufgeklärt werden. (Bild: AP Photo)

Pünktlich zur „World Breastfeeding Week“ (dt. „Die weltweite Woche des Brustgebens“) gehen britische Ärzte mit einer neuen Forderung an die Öffentlichkeit. Sie wollen, dass Kinder schon in der Schule über das Stillen aufgeklärt werden.

Hintergrund hierfür ist, dass Grossbritannien die niedrigste Still-Rate Europas haben soll. Laut „Royal College of Paediatrics and Child Health“ (RCPCH) bekomme dort lediglich ein Drittel der Babys im Alter von sechs Monaten die Brust. Vor allem das Stillen in der Öffentlichkeit werde immer noch stigmatisiert.

Eine spezielle Maßnahme soll künftige Mütter ermutigen, trotzdem zu stillen. Die Ärzte von RCPCH schlagen vor, dass die Thematik Teil eines Schulfaches wird. Schüler ab 11 Jahren sollen Informationen rund um das Stillen bekommen und mehr über Vorteile und Probleme erfahren. Außerdem verlangen die Ärzte, dass Mütter mehr Unterstützung während der Stillzeit bekommen. Sowohl die Regierung als auch die Familien und Schulen seien dafür verantwortlich, dass sich das Brustgeben von seinem schlechten Image löst.

In der Gesellschaft wird das Stillen in der Öffentlichkeit oftmals stigmatisiert. (Bild: AP Photo)

„Als wir Kinder und junge Menschen gefragt haben, was sie vom Stillen halten, waren wir etwas überrascht – und auch ein bisschen wütend –, dass sie das Wort ‘ekelhaft’ benutzt haben“, wird Professorin Neena Modi vom Royal College bei „BBC Online“ zitiert. „Stillen wird von einem großen Teil der Gesellschaft nicht bestärkt; die lokale Unterstützung ist lückenhaft, Ratschläge sind nicht übereinstimmend und zu rechthaberisch, die Unterstützung bei der Arbeit ist nicht immer dienlich, um das Stillen fortzusetzen.“ Modi ist es deswegen wichtig, dass Kinder schon früh mit dem Thema konfrontiert werden. Das Stillen soll nichts Außergewöhnliches, sondern etwas Normales sein.