15 Minuten kostenlos parken: Weitere Kölner Veedel sollen „Brötchentaste“ bekommen

Kontroverse Diskussion um Ausweitung des kostenlosen Kurzparkens

Die Neusser Straße in Nippes, die Venloer Straße in Ehrenfeld, die Dürener Straße in Lindenthal: Sie stehen beispielhaft für eine Reihe von Straßen und Plätzen, an denen Autofahrer möglicherweise demnächst 15 Minuten kostenlos parken dürfen. Mit dem Vorschlag setzt die Stadtverwaltung eine Vereinbarung um, die CDU und Grüne in ihrem Bündnisvertrag getroffen haben. An welchen Orten die Parkscheinautomaten umgerüstet werden, sollen die jeweiligen Bezirksvertretungen entscheiden.

In der Severinstraße gibt es die sogenannte Brötchentaste bereits seit geraumer Zeit. Auf einer von der Verwaltung erstellten Liste finden sich mehr als 30 Straßen, für die die gleiche Regelung denkbar ist. Sie befinden sich in allen Stadtbezirken außer der Innenstadt. Im Zentrum will Schwarz-Grün den Autoverkehr so weit es geht eindämmen – selbst die kleinsten Anreize würden diesem Ziel entgegenstehen.

„Wir machen den Menschen das Leben einfacher und bilden damit ein Stück Lebenswirklichkeit ab“, sagt CDU-Ratsherr Dirk Michel. „Die Brötchentaste kommt den Kunden zugute, die mal eben ein Rezept einlösen oder eine Bestellung abholen möchten. Außerdem helfen solche Erleichterungen unserem Handel im Wettbewerb mit dem Online-Geschäft.“

Umrüstung kostet 235 Euro

Die Verwaltung hat für die Auswahl der in Frage kommenden Straßen mehrere Kriterien festgelegt. Sie müssen für ihr jeweiliges Veedel eine gewisse Bedeutung haben; mindestens 30 Prozent der Geschäfte müssen Waren und Dienstleistungen „des täglichen oder kurzfristigen Bedarfs“ anbieten. Zudem kommen nur Stellplätze in Frage, die sich nicht in einer Anwohnerparkzone befinden.

An den diese Bedingungen erfüllenden Straßen stehen insgesamt rund 130 Parkscheinautomaten. Der Einnahmeausfall sei gering, das Umrüsten erfordere wenig Aufwand, teilt die Verwaltung mit. Es koste 235 Euro pro Gerät. „Die älteren Automaten verfügen über unbelegte Tasten, denen man eine Funktion zuweisen kann“, sagt Stadtsprecher Jürgen Müllenberg. Jüngere Apparate könnten mit Zusatzfunktionen umprogrammiert werden.

Der Verkehrsausschuss wird das Thema Anfang September beraten, dann folgen die Bezirksvertretungen. Die Linke äußert sich kritisch. „Ein weiterer Ausbau der autofreundlichen Stadt ist in Zeiten des Klimawandels und der Diskussion über Fahrverbote weltfremd“, sagt deren Fraktionsgeschäftsführer Michael Weisenstein....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta