Bis zu 14 Millionen Euro Gehalt: Das sind die Spitzenverdiener unter den CEOs im Dax

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Christian Klein (SAP), Steve Angel (Linde) und Herbert Diess (Volkswagen)
Christian Klein (SAP), Steve Angel (Linde) und Herbert Diess (Volkswagen)

Im vergangenen Jahr sind die Vorstandsgehälter der Dax-Unternehmen um 3,3 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Auch die Bruttogehälter sind in Deutschland gesunken, allerdings nominal um 0,1 Prozent. Trotzdem verdienen die Vorstände mit durchschnittlich 3,4 Millionen Euro das 48-fache ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das zeigt eine am Dienstag vorgestellte Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität (TU) München.

Professor Gunther Friedl, Inhaber des Lehrstuhls für Controlling an der TU München, nannte als Grund für den Rückgang der Vorstandsgehälter die Gewinnentwicklung der Dax-Unternehmen. Im Corona-Jahr 2020 seien die operativen Gewinne vor Zinsen und Steuern um mehr als 25 Prozent zurückgegangen. Folglich seien auch die Boni gesunken, um 18,9 Prozent. Dagegen sei die Fixvergütung um 1,2 Prozent gestiegen, ebenso die langfristige variable Vergütung (plus 1 Prozent). So setzte sich die Vergütung der Dax-Vorstände im vergangenen Jahr mit einem Drittel (32,2 Prozent) aus dem Fixgehalt, 18,4 Prozent kurzfristiger variabler Vergütung und 48,4 Prozent langfristiger variabler Vergütung zusammen.

Spitzenreiter SAP: Im Schnitt 7,4 Millionen Euro für die Vorstände

Trotzdem gab es in den Vorstandsetagen im vergangenen Jahr einige Gewinner. Spitzenreiter sind die Vorständinnen und Vorstände des Softwareunternehmens SAP. Laut der Studie verdiente in Walldorf ein Vorstand 2020 im Durchschnitt rund 7,4 Millionen Euro, immerhin 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Es folgen die Vorstände von Merck mit durchschnittlich 6,3 Millionen Euro und Linde (5,9 Millionen Euro).

Ebenfalls zu den Gutverdienern im Jahr 2020 gehörten die Vorstände von Siemens und Volkswagen (jeweils 4,7 Millionen Euro) sowie BASF (3,7 Millionen Euro). Den stärksten Rückgang erlebten hingegen die Vorstände des Sportartikelherstellers Adidas, ihre Gesamtvergütung sank im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf rund 1,6 Millionen Euro. Dies hänge, so Professor Friedl, mit deren Verzicht auf den Performance-Bonus zusammen.

Linde-CEO Steve Angel: 14 Millionen Euro

Spitzenreiter bei den Vorstandsvorsitzenden der Konzerne ist laut der Studie mit Abstand Steve Angel, CEO von Linde. Demnach verdiente Angel im vergangenen Jahr 14 Millionen Euro. Auf Rang zwei folgt SAP-Chef Christian Klein mit 8,4 Millionen Euro und Volkswagen-CEO Herbert Diess (7,9 Millionen Euro).

Auch Stefan Oschmann (Merck, 7,7 Millionen Euro), Timotheus Höttges (Deutsche Telekom, 7,4 Millionen Euro), Christian Sewing (Deutsche Bank, 7,4 Millionen Euro) und der ehemalige Siemens-CEO Joe Kaeser (6,9 Millionen Euro) mischen vorne mit.

Im Mittelfeld befinden sich unter anderem BMW-Chef Oliver Zipse (5,9 Millionen Euro), Allianz-Chef Oliver Bäte (5,6 Millionen Euro), Werner Baumann von Bayer (5,1 Millionen Euro), Daimler-CEO Ola Källenius (5 Millionen Euro) oder Rolf Buch, Chef des Wohnungskonzerns Vonovia (4,6 Millionen Euro).

Adidas-CEO Kasper Rorsted: 2,6 Millionen Euro

Schlusslichter waren im vergangenen Jahr Adidas-CEO Kasper Rorsted (2,6 Millionen Euro); Infineon-Chef Reinhard Ploss (2,6 Millionen Euro); Nikolai Setzer, der allerdings erst seit Dezember 2020 Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers Continental ist (2,3 Millionen Euro) und Siemens-Energy-CEO Christian Bruch, der seit Mai 2020 Vorstandsvorsitzender ist (2,2 Millionen Euro). Auf dem letzten Platz landete Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender des Triebwerkherstellers MTU (1,9 Millionen Euro).

Kritik übte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler an gezahlten Sonderboni zum Ausgleich entfallener Vergütungen (sogenannte Short Term Incentives), wie sie etwa bei SAP gewährt worden seien. Diese "stoßen bei den Aktionären ebenso auf Widerstand und teilweise auf Unverständnis, wie zu hoch angesetzte oder zu stark angehobene Maximalvergütungen", so Tüngler. Hinsichtlich der Pensionen der Vorstände forderte Tüngler: "Vorstände mit einem Millionengehalt können und sollten sich selber um ihre Altersvorsorge kümmern." Seines Erachtens sollten mit einem Versorgungsentgelt "alle Ansprüche für die Zukunft und fürs Alter abgegolten" sein. Pensionsrückstellungen würden damit der Vergangenheit angehören.

Im Durchschnitt verdienten die Vorstandsvorsitzenden 2020 im Dax rund 5,4 Millionen Euro. "Wir erleben derzeit eine gespaltene Wirtschaft mit einem äußerst hohen Niveau der Aktienkurse bei manchen Unternehmen", sagte Professor Friedl, von der TU München. Die Corona-Pandemie hätte einigen Unternehmen hart zugesetzt, doch insgesamt schienen die Investoren überzeugt, dass die Dax-Konzerne die Krise nicht nur überwinden, sondern sogar gestärkt daraus hervorgehen. "Dafür waren und sind mutige Entscheidungen der Entscheidungsträger in den Vorständen nötig." Die Vergütung habe, so Friedl, "die richtigen Anreize gesetzt, um die Unternehmen durch diese Krise zu navigieren".

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