Mehrere Deutsche bei Anschlag in Barcelona lebensgefährlich verletzt

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Trauer in Barcelona

Bei dem Anschlag in Barcelona sind 13 Deutsche teils schwer verletzt worden. Einige von ihnen schweben in Lebensgefahr, wie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilte. Ob es auch deutsche Todesopfer gibt, blieb zunächst unklar. Einen Tag nach dem Anschlag mit 13 Toten ist der Hauptverdächtige weiter auf der Flucht. Drei Männer wurden festgenommen. Bei einer ähnlichen Attacke im Badeort Cambrils südlich von Barcelona wurde eine Frau getötet. International stießen die Taten auf Entsetzen.

Medienberichte, wonach drei Deutsche in Barcelona getötet wurden, bestätigte das Auswärtige Amt zunächst nicht. Er könne dies zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch ausschließen, sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer.

Ein Mann war am Donnerstagnachmittag in Barcelona mit einem Lieferwagen über die besonders bei Touristen beliebte Promenade Las Ramblas im Zentrum der katalanischen Hauptstadt gerast. Er tötete 13 Menschen und verletzte mehr als hundert weitere. Der Fahrer des Todesfahrzeugs entkam zu Fuß. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nahm die Tat für sich in Anspruch.

Wenige Stunden später verübten "mutmaßliche Terroristen" nach Angaben der Behörden einen ähnlichen Anschlag im rund hundert Kilometer südlich von Barcelona gelegenen Cambrils. Sie lenkten ihren Pkw gegen Mitternacht in eine Gruppe von Passanten. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. Eine Frau erlag am Freitag ihren schweren Verletzungen. Die Polizei erschoss die fünf Angreifer. Die Ermittler gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona gibt.

Ein "Terrorist" sei weiterhin auf der Flucht, sagte Regierungschef Carles Puigdemont am Freitagmorgen. Nach dem Fahrer des Todesfahrzeugs von Barcelona wurde am Freitag weiter gesucht.

Drei Verdächtige sind inzwischen in Gewahrsam. In der Stadt Ripoll nördlich von Barcelona wurden zwei Männer festgenommen, darunter ein Marokkaner. Einen Spanier aus der Exklave Melilla nahmen die Fahnder in Alcanar im Süden Kataloniens in Gewahrsam. Dort hatte sich am Mittwochabend eine Explosion ereignet, bei der ein Mensch getötet wurde. Die Polizei vermutet, dass dort ein Sprengsatz vorbereitet wurde.

Die Opfer von Barcelona stammen aus insgesamt 24 Ländern. Mindestens zwei Italiener wurden getötet, darunter ein 35-Jähriger, der nach Angaben seines Arbeitgebers vor den Augen seiner Frau und seiner beiden Kinder von dem Lieferwagen erfasst wurde. Die Regierung in Paris teilte mit, 26 Franzosen seien verletzt worden, elf von ihnen schwer.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy rief ab Freitag eine dreitägige Staatstrauer aus. Er erklärte in Barcelona: "Wir sind vereint im Schmerz. Aber wir sind vor allem vereint im Willen, diesem Wahnsinn und dieser Barbarei ein Ende zu bereiten." König Felipe VI. erklärte: "Sie werden uns nicht terrorisieren. Ganz Spanien ist Barcelona." Mit einer Schweigeminute wurde am Freitagmittag der Opfer des Anschlags gedacht.

Auch international stießen die Attacken in Katalonien auf Entsetzen. "Diese mörderischen Anschläge haben uns erneut vor Augen geführt, mit welch vollständiger Menschenverachtung der islamistische Terrorismus vorgeht", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte den "perfiden und brutalen" Anschlag. "Aber dieser Terror wird unsere offene Gesellschaft nicht zerstören können." Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigten sich "tief erschüttert".

US-Präsident Donald Trump bot Spanien die Hilfe der Vereinigten Staaten an. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May sprachen den Opfern des "tragischen Anschlags" ihr Mitgefühl aus.

Die Anschläge mit Fahrzeugen in Katalonien erinnern an ähnliche Attacken in Nizza, Berlin und London. Spanien wurde bislang von der Gewalt der IS-Miliz weitgehend verschont. Allerdings gab es 2004 in Madrid den europaweit bislang tödlichsten Anschlag. 191 Menschen wurden getötet, als in Pendlerzügen Bomben explodierten. Zu der Tat bekannten sich Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida.