13 Milliarden Euro Umsatz: Köln ist die Kreativhauptstadt Nordrhein-Westfalens

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Ein unbekannter Autor definierte Kreativität mal als „Vergnügen, das sich als Arbeit verkaufen lässt“. Sollte dieser Kalenderspruch der Wahrheit entsprechen, verkauften im Großraum Köln im vergangenen Jahr mehr als 112.000 Menschen ihr Vergnügen und sorgten für einen Umsatz von knapp 13 Milliarden Euro. Damit ist Köln laut Datenreport, den die Stadt in Kooperation mit der Rhein-Energie-Stiftung Kultur in Auftrag gegeben hatte, die Kreativhauptstadt Nordrhein-Westfalens.

Um die herausragende Stellung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Köln zu unterstreichen, braucht es zwei Statistiken: Jeder Fünfte Erwerbstätige in der Branche in NRW arbeitet in Köln, in der Gesamtwirtschaft ist es weniger als jeder Zwölfte. Ähnlich sieht die Statistik in Bezug auf den Umsatz aus: Während in der Kultur- und Kreativwirtschaft ein Viertel des NRW-Umsatzes in Köln erwirtschaftet wird, so sind es in allen Wirtschaftszweigen zusammengerechnet lediglich neun Prozent.

Gamescom und Lit.Cologne bringen Aufmerksamkeit

Claudia Jericho, Leiterin der Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums „Creative NRW“, beschreibt Köln als „Leuchtturm der Branche im Land“. Die Stadt sei „geprägt von einer Vielzahl an innovativen Einzelakteuren bis hin zu international erfolgreichen Branchenveranstaltungen wie die Gamescom oder die Lit.Cologne“.

Laut Report ist die wachsende Kultur- und Kreativwirtschaft „kein Nischenthema“ mehr. Im Raum Köln sei die Branche so groß wie das gesamte Baugewerbe, in der Stadt arbeiten mehr Menschen in der Kreativwirtschaft als im verarbeitenden Gewerbe mit beispielsweise der Automobilindustrie und der Elektroindustrie. „Die Ergebnisse unterstreichen die signifikante Bedeutung und erbringen den Beweis für einen starken Standortfaktor“, sagt Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach.

Studie im Auftrag der Stadt Köln

Die Stadt hatte Michael Söndermann vom Büro für Kulturwirtschaftsforschung Köln beauftragt, die Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft auszuwerten. Die Kreativwirtschaft besteht laut Enquête-Komission „Kultur in Deutschland“ aus elf Teilmärkten (siehe Infokasten). Für die Studie wertete Söndermann Daten aller Teilmärkte sowohl für die Stadt, als auch für den Großraum Köln, der zusätzlich die Städte Bonn, Aachen und Leverkusen, sowie acht Kreise umfasst, aus.

Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es in Köln drei Big Player unter der Teilmärkten: Die Rundfunkwirtschaft (24 Prozent), die ohne öffentlich-rechtliche Unternehmen erfasst wird, der Werbemarkt (21 Prozent) und der Pressemarkt (14 Prozent) erwirtschaften zusammen knapp 60 Prozent des Gesamtumsatzes. Personell stellt sich die Situation anders dar: Weniger als jeder Dritte in der Kreativwirtschaft arbeitet in einem der drei genannten Bereiche.

Freiberufler haben es schwer

Frank Überall, Präsident des Journalistenverbandes DJV, stimmt das Missverhältnis „nachdenklich“. Er sieht „bei der Beschäftigung in Rundfunk und Presse „noch Luft nach oben“. Andersherum ist die Situation in der Software-Industrie dar. Während die Branche mit 21 Prozent den höchsten Anteil an Erwerbstätigen aller Teilmärkte hat, werden nur neun Prozent des Umsatzes erzielt. Diese Diskrepanz verweise allerdings darauf „dass ein Unternehmen unternehmensrechtlich an einem anderen Ort sitzt, während es Filialen am Ort unterhält“. Die Wirtschaftsleistung wird andernorts bilanziert.

Der Report umfasst erstmals auch den sogenannten „Minibereich“: Erwerbstätige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro. Vor allem die Lage der freiberuflich tätigen Kulturschaffenden sei in Köln schwierig. Mehr als jeder vierte Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeitet im Minibereich, rund die Hälfte davon als Selbstständige. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist mit weniger als einem Prozent des Gesamtumsatzes minimal.

Großstädte sind die schöpferischen Zentren

Die Kultur- und Kreativwirtschaft umfasst elf Teilmärkte: Musik-, Rundfunk-, Film- und Designwirtschaft, sowie Buch-, Kunst-, Architektur-, Presse- und Werbemarkt und Darstellende Künste sowie Software-/Spiele-Industrie. Der Datenreport umfasst Auswertungen für jede Teilbranche. Im nationalen Vergleich zählt Köln neben Berlin, Hamburg und München zu den großen Kreativstädten Deutschlands.

Anders als in Frankreich (Paris) oder Großbritannien (London) gibt es die eine große kreative Bundeshauptstadt nicht: Keine deutsche Stadt ragt besonders gegenüber den anderen hervor. Das Büro für Kulturwirtschaftsforschung hat die Studie im Auftrag von Stadt Köln und Rhein-Energie-Stiftung Kultur durchgeführt. Die Analysen stützen sich auf nationale amtliche Statistiken, regionale Statistiken und auf die europäische Statistik Eurostat. Außerdem wertet das Büro Daten der Fachverbände und Berufsorganisationen aus....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta