1260 Kilometer lange Handelsader in Westafrika wird modernisiert

1260 Kilometer lange Handelsader in Westafrika wird moderinisert

Eine 1260 Kilometer lange Zugverbindung zwischen Burkina Faso und der Elfenbeinküste wird in den kommenden Jahren modernisiert. Die Regierungen der beiden westafrikanischen Staaten vereinbarten am Dienstag, dass die Arbeiten an der veralteten Handelsader zwischen ihren Hauptstädten Ouagadougou und Abidjan am 15. September beginnen sollen. Dies war bereits vor vor zwei Jahren schon einmal angekündigt worden, ohne dass weitere Schritte folgten.

Die Ursprünge der einspurigen und nicht elektrifizierten Bahnlinie zwischen der Sahelzone in Burkina Faso und der ivorischen Atlantikküste gehen auf das späte 19. Jahrhundert zurück, als die Kolonialmacht Frankreich nach Wegen suchte, den Sahel im Innern des afrikanischen Kontinents mit seinen Handelshäfen an der Küste zu verbinden. Nach jahrelangen Bauarbeiten mit zahlreichen Unterbrechungen wurde die Verbindung erst 1954 fertiggestellt.

Besonders für das zu den ärmsten Ländern der Welt zählende Burkina Faso ist die Bahnlinie ins Nachbarland von großer Bedeutung, um Baumwolle und Mangan-Produkte an die Küste zu bringen und Öl, Zement und Dünger zu importieren. Aufgrund des schlechten Zustands der Schienen sowie der veralteten Lokomotiven und Waggons können die Züge derzeit allerdings nur mit begrenzter Geschwindigkeit zwischen Ouagadougou und der Küstenmetropole Abidjan rollen.

Wie die Regierungen der beiden Staaten und das Betreiberunternehmen Sitarail in Ouagadougou in einem Abkommen festhielten, sollen ab Mitte September für die Modernisierung der Strecke und des Fuhrparks in den kommenden Jahren 400 Millionen Euro ausgegeben werden. Die erste Bauphase ist auf vier Jahre angesetzt und wird mit etwa 130 Millionen Euro zu Buche schlagen, wie Burkina Fasos Außenminister Alpha Barry mitteilte.

Wann das Infrastrukturprojekt abgeschlossen sein soll, sagte Barry allerdings nicht. Bereits im September 2015 war eine Renovierung der Strecke angekündigt worden, ohne dass im Anschluss viel passierte. Ein Jahr später musste der Zugverkehr für zwei Wochen unterbrochen werden, nachdem eine Brücke in der Elfenbeinküste bei der Überfahrt eines Frachtzuges zusammenbrach, ohne dass Menschen zu Schaden kamen.