Das 124-Millionen-Versprechen zahlt endlich zurück

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 4 Min.

Am breiten Lächeln von Joao Félix kamen die Fans von Atlético Madrid am Dienstag kaum vorbei. Der Star feierte seinen 21. Geburtstag und veröffentlichte zahlreiche Glückwünsche von Freunden auf sämtlichen Kanälen in den Sozialen Medien.

Aber auch in den vergangenen Wochen beobachteten die Anhänger ihr Supertalent immer wieder bestens gelaunt - vor allem auf dem Platz.

Der Stürmer blüht in seinem zweiten Jahr in Spanien auf und löst die Versprechungen nach seinem 124-Millionen-Wechsel im vergangenen Jahr von Benfica zu Atlético immer mehr ein (Service: Der Spielplan von La Liga).

Félix serviert FC Cadiz ab

In den vergangenen vier Partien gelangen Félix drei Doppelpacks! Auch am vergangenen Wochenende fertigte der Offensivmann den Tabellenvierten FC Cadiz beim 4:0 nahezu im Alleingang ab und lieferte neben seinen beiden Treffern eine Vorlage.

Die spanische Presse zeigte sich nach der erneuten Félix-Gala voll des Lobes. Für die Marca war das Supertalent "überwältigend", für die As hat er "die Seele eines Anführers".

Auch seine Teamkollegen feierten den überragenden Mann ab. "Ich hasse ihn. Wenn er will, dann kann er das Spiel sofort grundlegend ändern. Das macht mich im Training wütend", sagte Mittelfeldspieler Saul in der Marca scherzend. Jan Oblak schwärmte: "Geben Sie ihm einfach vorne den Ball und lassen Sie ihn Spaß haben. Oh mein Gott, wie gut ist er?", sagte der Torwart in der Marca.

Die Startschwierigkeiten der vergangenen Saison hat Félix längst hinter sich gelassen. 36 Pflichtspiele bestritt der Rechtsfuß in der vergangenen Spielzeit für Atlético. Ihm gelangen dabei neun Tore und drei Vorlagen. In der Liga waren es sechs Treffer. Zu Beginn dieser Saison schien das Formtief anzuhalten. In der Champions League gegen den FC Bayern tauchte der Angreifer beim 0:4 Anfang Oktober noch komplett ab.

Suárez erklärt Startprobleme des Wunderkinds

"Es ist nicht einfach, wenn man die Heimat verlässt. Er hat aber auch im ersten Jahr herausragende Momente gehabt", erklärte Luis Suárez bei der As.

Zuletzt gab es das große Aufblühen des Mega-Talents.

Die Marken der vergangenen Spielzeit hat der zehnmalige Nationalspieler bereits fast geknackt - nach nur zehn Spielen. Neben fünf Saisontoren in La Liga stehen auch drei Treffer in der Champions League zu Buche, dazu gab er insgesamt drei Vorlagen.

Dank Félix liegt Atlético in La Liga auf Rang drei. Spitzenreiter San Sebastian hat bei drei Punkten Vorsprung zwei Partien mehr absolviert. Viel wichtiger aber: Real Madrid hat ebenfalls eine Partie mehr gespielt und einen Punkt weniger als die Rojiblancos gesammelt, Barca hat sechs Zähler Rückstand (Service: Die Tabelle von La Liga).

Simeone gewährt dem Star mehr Freiräume

Auffällig: Seitdem Ex-Barca-Star Luis Suárez seit Anfang Oktober bei Atlético im Sturm spielt, läuft es auch für Félix. "Ich denke, er wird die Fans diese Saison richtig begeistern. Er fühlt sich selbstbewusst und wenn wir ihm die nötige Hilfe geben, dann wird er häufig unser Spielentscheider sein", lobte der 33 Jahre alte Uruguayer.

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Für eine bessere Entfaltung von Félix hat Trainer Diego Simeone sein System angepasst - mit Erfolg. Der Coach wünscht sich mehr Unterhaltung für die Fans und hat deshalb seinem Supertalent mehr Freiheiten gegeben. In der Debüt-Saison hatte der Nachwuchsmann noch darauf geachtet, die taktischen Vorgaben zu erfüllen. Für Kreativität war da wenig Platz.

Nun hat Atlético, eigentlich für die starke Defensive bekannt, mit 17 Treffern nach sieben Spielen die zweitbeste Offensive der Liga.

Knackt Félix seine Bestmarken?

"Hoffentlich können wir ihn unterstützen, sich weiterzuentwickeln, denn mit einem großartigen Joao Félix wird das Team noch besser", sagte Simeone der Marca. "Wenn er weiterhin dieses Engagement, Tempo und die Entscheidungsfindung zeigt, wird er weiter wachsen."

Sturmpartner Suárez warnte aber: "Wir dürfen nur nicht alle Last auf seine Schultern legen und als Team arbeiten."

Wenn das klappt, könnte Félix seine persönliche Rekord-Saison spielen. Bisher stammen seine Bestmarken aus der Spielzeit 2018/2019. Bei Benfica traf er in 26 Spielen 15 mal und lieferte neun Vorlagen.

Es ist gut möglich, dass das Grinsen des Joao Félix am Ende der Saison noch breiter sein wird.