120 Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten im Gazastreifen verletzt

Israelische Soldaten an der GRenze zum Gazastreifen

Bei neuen Protesten an der Grenze zum Gazastreifen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza am Freitag mehr als 120 Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt worden. Ein Palästinenser erlag seinen Verletzungen. 400 Menschen mussten demnach wegen Erstickungsgefahr durch israelisches Tränengas behandelt werden. Unter den Palästinensern mit Schussverletzungen befanden sich nach Angaben der palästinensischen Journalistengewerkschaft auch zwei Journalisten.

Tausende Demonstranten versammelten sich bereits vor dem Freitagsgebet an mehreren Orten entlang der Grenze, später stieg ihre Zahl nach Angaben der israelischen Armee auf 10.000 an.

Am Freitag der vergangenen Woche waren es doppelt so viele. Damals war der 30-jährige Journalist Jasser Murtadscha von israelischen Schüssen getroffen worden, während er östlich von Chan Junis Fotos von den Protesten machte. Zeugenaussagen zufolge trug er eine Weste, die ihn eindeutig als Journalist auswies. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) warf der israelischen Armee einen gezielten Beschuss des Journalisten vor.

An diesem Freitagvormittag kam es zu kleineren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und Steine werfenden Palästinensern. Die Demonstranten verbrannten dutzende israelische Fahnen sowie Fotos des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, des US-Präsidenten Donald Trump und des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, dem sie seine Nähe zu Israel vorwerfen.

Seit dem 30. März wurden mindestens 34 Palästinenser im Gazastreifen durch die israelische Armee getötet. Die meisten starben bei Protesten entlang der Grenze zu Israel. Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.

Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.