115.000-Prozent-Aktie Hasbro: Starkes Kaufsignal voraus

Andreas Deutsch
115.000-Prozent-Aktie Hasbro: Starkes Kaufsignal voraus

Obwohl es in den vergangenen Wochen nicht mehr rund lief für Hasbro, gehört die Aktie immer noch zu den besten Aktien aller Zeiten. Durch die geplante Übernahme des großen Konkurrenten Mattel kommt neues Leben in den Titel.

Die Spekulationen gibt es schon fast 20 Jahre. Nun scheint der Mega-Deal Wirklichkeit zu werden: Hasbro und Mattel könnten bald zusammengehen. An der Börse schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Die gebeutelte Mattel-Aktie gewann über 20 Prozent und auch Hasbro legte am Freitag und am Montag zu und nähert sich wieder der 100-Dollar-Marke.

Der Deal zeigt: Hasbro-CEO Brian Goldner hat verstanden, dass sein Unternehmen im immer härter werdenden Konkurrenzkampf im Spielzeugmarkt einen starken Partner an seiner Seite braucht. Lego scheidet aus, da die Firmen viel zu unterschiedlich sind. Bleibt nur Mattel.

Auch wenn der Barbie-Hersteller seit Monaten Probleme hat: Die Mattel-Produkte haben immer noch Kultstatus und sind bei Kindern rund um die Welt sehr beliebt. Was fehlt, ist eine Frischzellenkur. Denkbar wäre zum Beispiel, dass Goldner die Barbie digital macht, denn Smart Toys sind ein Megamarkt. Solch ein Schritt ist auch bei den Spielzeugautos Hot Wheels denkbar.

Außerdem würde Hasbro mit Mattel an seiner Seite nicht nur seinen Vertrieb stärken, sondern auch seine Position im Wachstumsmarkt China. Zusammen kämen Hasbro und Mattel auf einen Marktanteil in China auf drei Prozent. Derzeit geben die Chinesen im Jahr 32 Milliarden Dollar für Spielzeug aus, das Wachstum liegt bei zehn Prozent.

Der Schlüssel für Hasbro-Mattel heißt China: Digitalisierung. Denn: „Die Chinesen kaufen ihren Kindern am liebsten Spielzeug, mit dem die Kinder lernen können“, sagt Shaun Rein, Managing Director der China Market Research Group. Lego trifft den Geschmack besser: Die Dänen kommen auf einen Martanteil in China von 2,8 Prozent, was aber auch nicht die Welt ist.

Deal mit Fantasie

Brian Goldner macht seit Jahren einen hervorragenden Job bei Hasbro. Dank der Transformers-Kinofilme, der Nerf und dem Disney-Merchandising hat sich der Aktienkurs seit der Finanzkrise vervielfacht. Ihm ist zuzutrauen, dass er nach einem Zusammenschluss mit Mattel das Beste für den neuen Konzern herausholt. Teuer ist die Übernahme nicht: Mattel ist an der Börse nur noch sechs Milliarden Dollar wert, dafür bekommt Goldner fünf Milliarden Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn von 900 Millionen. Die Analysten der UBS schätzen, dass dank der Übernahme der Hasbro-Gewinn 2019 um ein Drittel stiege. Damit sänke das KGV auf 13, womit die Aktie ein echtes Schnäppchen wäre. Der Chart sieht viel versprechend aus: Die 200-Tage-Linie ist in Reichweite. Die Hasbro-Aktie, die seit 1980 sagenhafte 115.000 Prozent zugelegt hat, bleibt spannend.