100 Seiten der Verteidigung vorgelegt: Iannone-Urteil soll in Kürze fallen

Juliane Ziegengeist

So enttäuschend die Nachricht, dass es in diesem März kein MotoGP-Rennen geben wird, für die meisten Fahrer, Teams und Fans auch sein mag: Einem könnte die Situation zum Vorteil gereichen. Denn noch ist die seit Dezember schwelende Doping-Affäre um Aprilia-Pilot Andrea Iannone nicht geklärt.

Fehlte er bereits bei den Vorsaisontests der Königsklasse in Sepang und Katar, stand auch zu befürchten, dass er beim Saisonauftakt ebenso wenig an den Start gehen können wird. Nun verschiebt sich dieser aber nach hinten und die Hoffnung, dass Iannone doch kein Rennen verpasst, keimt wieder auf.

Am vergangenen Freitag soll Medienberichten zufolge eine erneute Anhörung vor Gericht stattgefunden haben, bei der die Verteidigung des MotoGP-Piloten 100 Seiten vorgelegt habe, um zu beweisen, dass er Opfer einer Lebensmittelverunreinigung war. Die These war bereits bei der ersten Anhörung verfolgt worden.

Damals versuchte man sie mit einer freiwilligen Haarprobe von Iannone zu untermauern, die keinerlei Rückstände von Steroiden aufwies. In der Urinprobe, die zu seiner vorläufigen Doping-Sperre geführt hatte, waren nur geringe Mengen gefunden worden, was die versehentliche Einnahme über Fleisch nahelegt.

Die Richter überzeugte das nicht. Sie räumten Anklage und Verteidigung mehr Zeit ein, um ihre Beweiskette genauer zu dokumentieren. Da nun alle Unterlagen vorliegen, wird in den kommenden Tagen eine Entscheidung erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe: vier Jahre Disqualifikation.

Iannone könnte im für ihn besten Fall aber auch mit einer Verwarnung davonkommen. Selbst wenn das Gericht die Lebensmittelkontamination als Erklärung akzeptiert, ist aber anzunehmen, dass er des Dopings schuldig befunden wird, da es in seiner Verantwortung liegt, zu kontrollieren, was er seinem Körper zuführt.

Welches Strafmaß ihn erwartet, hängt dann ganz davon ab, inwiefern das Gericht der Beweisführung der Verteidigung folgt oder nicht. Iannone ist seit dem 17. Dezember 2019 vorläufig suspendiert. Auf der neuen Aprilia RS-GP saß der Italiener seither nur zu Demozwecken bei der Teampräsentation.

Mit Bildmaterial von LAT.