100 minus Lebensalter: Gefährliche Formel für deinen Ruhestand!

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Älteres Paar beim Strandurlaub reich

Wenn es um Formeln für den Ruhestand geht, ist im Allgemeinen die Rede davon, wie viel Geld man in Aktien oder anderen Investitionsmöglichkeiten investiert haben sollte. Eine sehr häufige Regel besagt, dass eine Quote von 100 abzüglich des aktuellen Lebensalters Aufschluss darüber gibt, wie hoch der Anteil ist, den man in Aktien investieren sollte.

In meinen Augen handelt es sich hierbei um eine überaus gefährliche Regel für den Ruhestand. Riskieren wir heute einen Blick darauf, warum insbesondere die Nachhaltigkeit leiden könnte, wenn du diesen Ansatz wählen solltest.

Gefährliche Formel für den Ruhestand: Im hohen Alter

Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, ein wenig das Risiko nach dem Lebensalter auszurichten. Deshalb ist diese Formel für den Ruhestand auch derart beliebt. Allerdings fangen die Probleme an dieser Stelle gerade im höheren Alter an. Wenn es dann an eine Entsparphase geht, könnte das womöglich dazu führen, dass deine Entnahmeraten nicht nachhaltig sind.

Rechnen wir ein bisschen herum: Wenn wir einfach mal ganz optimistisch von einer Rendite im Alter von 65 Jahren ausgehen, so hieße das gemäß dieser Formel für den Ruhestand, dass man lediglich 35 % seines Vermögens in Aktien hält. Den Rest wiederum müsste man in weniger renditestarke Anlagen stecken. Tagesgeld, Festgeld und selbst sichere Anleihen werfen kaum noch Rendite ab.

Wenn wir daher davon ausgehen, dass ein Drittel deines Vermögens durchschnittlich 8 % Rendite abwerfen und zwei Drittel näherungsweise 0 % Rendite, so ist das ein Problem. Deine durchschnittliche Gesamtrendite liegt dann gemäß dieser Formel für den Ruhestand bei 2,67 %. Wenn du jedoch 4 oder 4,5 % deines Gesamtvermögens entnimmst, führt das zu einem konsequenten Werteverzehr.

Ein weiteres Problem dieser Formel für den Ruhestand ist ein nicht vorhandener Ausgleich. Wenn wir davon ausgehen, dass Negativzinsen und Inflation auch zukünftig das Geld entwerten, so reicht diese Rendite kaum aus, um einen Ausgleich zu erhalten. Wir sehen daher, dass Investoren, die sich darauf verlassen, möglicherweise ins Leere laufen.

Andere Regeln sind besser!

Ich bin daher überzeugt, dass andere Formeln für den Ruhestand besser sind. Natürlich sollte man im Alter auf Sicherheit und Kompromisse setzen. Allerdings bin ich inzwischen der Meinung, dass man niemals einen Anteil von zwei Dritteln uninvestiert lassen sollte. Vielleicht ist es ratsam, einen gewissen Anteil in Cash zu halten. Beispielsweise bei 70 % Aktien 30 % Cash halten.

Oder aber einen anderen Ansatz wählen. Beispielsweise, indem man auf absolute Zahlen setzt. Wenn du zwei Jahre zu jeder Zeit mit deinem Cash überbrücken könntest, so könnte das ebenfalls konservativ gedacht sein. Einfach so einen hohen, relativen Anteil nicht investiert zu lassen, das halte ich jedoch für gefährlich.

Der Artikel 100 minus Lebensalter: Gefährliche Formel für deinen Ruhestand! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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