10 Superheldenfilm-Klischees, die wir nicht mehr sehen können

Viele Superheldenmotive wiederholen sich zunehmend. (Bild: Rex)

Das Genre der Superheldenfilme ist schon länger ein großer Trend im Kino. Jedes Jahr erscheint eine Handvoll neuer Filme. Mittlerweile wiederholen sich deswegen die Motive, Geschichten und Bilder zunehmend. Hier sind zehn Klischees, die wir nicht mehr ertragen können.

Superhelden sind nicht nur deswegen so beliebt, weil sie Superkräfte haben – sondern auch, weil sie ganz nebenbei auch der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Captain America 2 zum Beispiel thematisiert die Angst vor staatlicher Überwachung, X-Men die Furcht vor einem autoritären Regime, das gnadenlos Minderheiten unterdrückt. Und am Ende, auch das macht das Genre so beliebt, siegen die Superhelden fast immer gegen das sogenannte Böse.

Doch einige Themen, Konzepte und Handlungen scheinen den Superhelden-Filmemachern so gut zu gefallen, dass sie relativ fantasielos immer wieder aufgegriffen werden. Und so manches Klischee ist ebenfalls längst überreizt. Hier sind die zehn Superhelden-Klischees und Motive, die wir nicht mehr sehen wollen.

Der Vater ist an allem schuld

Thor buhlt um die Gunst, die Aufmerksamkeit und den Stolz des Vaters. Der aber hat ein Königreich zu verwalten. (Bild: Rex)

Kann man überhaupt Superheld werden, wenn man ein normales Verhältnis zu seinem Vater hat? Beispiel Batman: Wie oft haben wir den kleinen Bruce Wayne schon nachts in einer dunklen Gasse neben den leblosen Körpern seiner Eltern sitzen sehen? Es ist der prägende Moment des Helden. Der Patriarch der Familie bleibt immer präsent, sei es im Gespräch oder in Rückblenden. Auch der Vater von Thor, Götterkönig Odin, hat eine komplizierte Beziehung zu seinem Sohn. Thor versucht alles, um ihn zu beeindrucken. Odin aber lässt es kalt. Tony Starks Vater ist ein genialer Ingenieur, dem sein Sohn konstant nacheifert. Lange Zeit geht er außerdem davon aus, dass sein Vater nichts mit ihm anfangen kann.

Überall Muskelprotze

Captain America, Chris Evans, muss für seine Rolle einiges an Muskeln zulegen. Im ersten Teil wurde er per Computeranimation von seinen Muskeln befreit. Aber nur für eine Szene. (Bild: Rex)

Warum sind Superhelden eigentlich so muskulös? Muss ein Superman so massive Oberarme haben, wenn es doch seine Superkräfte sind, die ihn ganze Häuser stemmen lassen? Und dass sogar Spider-Man, der gerade mal 15 Jahre alt sein soll, ein derart definiertes Sixpack hat, ist für manchen Zuschauer eher ärgerlich als beeindruckend. Schließlich soll doch eine Botschaft vermittelt werden: Jeder kann ein Superheld sein, auch der brave Schüler von nebenan. Und zwar ohne Supermuskeln, sondern aufgrund besonderer Kräfte – oder besonderen Mutes.

Ein riesiges computeranimiertes Finale

Der Hulk löst für die „Avengers“ alle Probleme. Er stammt zu 99 Prozent aus dem Computer. (Bild: Rex)

Zugegeben, das ist nicht nur ein Problem von Superheldenfilmen. Trotzdem ist es hier besonders stark ausgeprägt. Jeder Film endet in einer riesigen Schlacht. Ob es das Monster Doomsday ist, das auf Gotham City und Metropolis losgelassen wird, wie in „Batman v Superman“, oder eine Roboterarmee in „The Avengers 2“. Am Ende blitzen grelle Explosionen durch Häuserschluchten.
Manchmal ist das noch schön anzusehen, immer häufiger jedoch einfach eine Spur zu viel. Darüber hinaus ist es auch nicht selten verwirrend und übertrieben. Vor allem, wenn sich fünf oder mehr Helden mit 20 und mehr Gegnern prügeln. Ein gutes Film-Finale kann auch weniger bombastisch gut und spannend sein.

Vorgetäuschter Tod

Viele Autoren täuschen den Tod der Superhelden vor. (Bild: Rex)

Kaum ein Autor würde seinen Superhelden sterben lassen. Trotzdem tun die Filmemacher so, als wäre der Tod der Hauptfigur trotzdem denkbar. Und wollen dem Zuschauer beispielsweise weismachen, dass Superman am Ende von „Batman v Superman“ tot ist. Ein besonders nerviger Dreh der Autoren ist der bewusst vorgetäuschte Tod eines Charakters, um am Ende überraschend wieder aufzutauchen und den Tag zu retten. Man denke etwa an Nick Fury – und vielleicht Superman im „Justice League“-Film?

Dieselben Schauspieler in verschiedenen Rollen

Halle Berry hat nicht nur Catwoman gespielt, … (Bild: Rex)

Es scheint in Hollywood nur wenige Schauspieler zu geben, die als Superhelden infrage kommen. Oder die Lust haben, sich in bunten Kostümen auf der Leinwand zu prügeln. Deshalb entdecken wir manche Schauspieler gleich mehrfach in der Rolle eines Superhelden. Ryan Reynolds zum Beispiel war zuerst Deadpool. Dann wurde er Green Lantern. Nachdem letztere Verfilmung floppte, wurde er wieder Deadpool. Bevor Ben Affleck Batman verkörperte, spielte er den blinden Anwalt Matt Murdock ziemlich steif in Daredevil.

Halle Berry hat eine ähnliche Superheldinnenkariere hinter sich. Sie hat sowohl Storm in den „X-Men“-Filmen gespielt, als auch Catwoman im gleichnamigen Kino-Flop. Chris Evans, mittlerweile als Captain America aktiv, hat auch schon die menschliche Fackel in „Fantastic Four“ gespielt.
Und das gegenteilige Prinzip ist fast ebenso lästig: Ein Superheld, diverse Darsteller. So gesehen in Spider-Man mit Tobey Maguire, Andrew Garfield und Tom Holland.

… sondern auch Storm in den „X-Men“-Filmen. (Bild: Rex)

Die junge Dame in Not

Emma Stone ist voller Angst. Sie wartet auf ihre Rettung durch Spider-Man. (Bild: Rex)

Wieder: Nicht unbedingt ein Klischee, das nur auf Superheldenfilme zutrifft. Aber auch hier scheint es selbstverständlich dazuzugehören. Frauen kreischen, fliehen, fallen – und müssen vom männlichen Superhelden gerettet werden. Kirsten Dunst wird von Spider-Man gerettet, genauso wie Emma Stone. Natalie Portman schreit nach Thor, Gwyneth Paltrow nach Iron Man und Liv Tyler nach dem Hulk. Wenigstens können Gal Gadot als Wonder Woman und Scarlett Johansson als Black Widow auf sich selbst aufpassen und ganz ohne männliche Hilfe die Heldin spielen.

Weiße Jungs, die Chris heißen

Hier sind sie alle versammelt. Alles, was Chris heißt, weiß und männlich ist, wirkt heutzutage scheinbar in Superheldenfilmen mit. (Bild: Rex)

Ist das noch Klischee oder schon Klüngelei? Wie kann es sein, dass die Darsteller so vieler Superheldenfilm-Charaktere Chris mit Vornamen heißen?
Thor: Chris Hemsworth, Captain America: Chris Evans, Wonder Womans Lover: Chris Pine. „Guardians of the Galaxy“-Anführer Star-Lord: Chris Pratt. Ob man ein blonder, weißer Chris sein muss, um überhaupt für eine Superheldenrolle vorsprechen zu dürfen?

Die Bösen hegen böse Pläne, an deren Ende immer alles in die Luft fliegen muss

In „Avengers 2“ fliegt immer mal wieder alles in die Luft. Hier aber mal nur ein Gebäude. (Bild: Rex)

Kann man böse sein, ohne auf Explosionen zu stehen? In Superheldenfilmen offenbar nicht. Fast jeder Gegner der Helden will immer alles in die Luft jagen. Ihre Pläne sind dabei aber oft so kompliziert und umständlich, dass der Zuschauer ihnen nicht mehr folgen kann. Oder der Plan schiefgehen muss.
Wenn General Zod sich mit Superman anlegt, um die Erde zu seinem Heimatplaneten zu machen, fliegt am Ende alles in die Luft. Ebenso Lex Luthor in „Batman v Superman“. Anfangs wurde Superman ausgetrickst und am Ende – flog alles in die Luft. Bei den „Watchmen“ hatten die Explosionen am Ende wenigstens einen konkreten Zweck. Aber wäre das nicht auch anders gegangen?

Der Strahl gen Himmel

Iron Man im Wettlauf mit dem Strahl. In „Avengers“ öffnet der blaue Superblitz das Portal in eine andere Dimension. (Bild: Rex)

Seit Superheldenfilme in 3D veröffentlicht werden, gibt es den obligatorischen Strahl, der entweder vom Himmel auf die Erde niedergeht oder von der Erde in den Himmel geschickt wird. Mal werden die Aliens aus anderen Dimensionen gerufen, mal kann man damit Terraforming betreiben. Mal ist er blau oder grün, mal rot. Immer aber steigt er steil empor. Vielleicht fällt den Machern neuer Superheldenfilme ja mal etwas anderes ein als ein überdimensionaler Strahl. Oder zumindest mal eine andere Perspektive, aus der er gefilmt wird.

Dunkel heißt realistisch?

Batman steht neben dem Bat-Signal, einem gleißend hellen Scheinwerfer. Trotzdem ist es furchtbar dunkel. (Bild: Rex)

Kaum ein Superheldenfilm kommt heute ohne ernste, dunkle Themen aus. Manche spielen sogar fast vollständig nachts. Den Batman-Filmen mag man das noch verzeihen, schließlich ist die Fledermaus ein Wesen der Nacht. Aber offenbar nehmen einige Regisseure an, dass alles, was dunkel und bedrückend ist, automatisch „authentisch“ und realistisch wirkt.