10 Namen, die Flick und Salihamidzic auseinandertreiben

Eric Böhm
·Lesedauer: 4 Min.
10 Namen, die Flick und Salihamidzic auseinandertreiben
10 Namen, die Flick und Salihamidzic auseinandertreiben

Eine Liebesbeziehung wird das wohl nicht mehr.

Hansi Flick und Hasan Salihamidzic haben trotz aller Differenzen bisher äußerst erfolgreich und professionell zusammengearbeitet, aber die Risse in dem Zweckbündnis werden deutlicher.

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Das wird in der Debatte um die Nachfolge von Joachim Löw als Bundestrainer und Flicks mögliches Interesse deutlich. Salihamidzic schweigt dazu.

Die Probleme zwischen den beiden Alphatieren im sportlichen Bereich des FC Bayern München fußen in erster Linie auf unterschiedlichen Vorstellungen in Personalfragen.

Treiben diese Flick sogar in die wartenden Arme "seines" DFB? Das wird die Zukunft zeigen. SPORT1 stellt die zehn Namen vor, die das Führungsduo auseinandertreiben.

Alexander Nübel

Salihamidzic holte den Keeper aus Schalke und versprach ihm, wie SPORT1 enthüllte, eine gewisse Zahl an Einsätzen. Dies geschah, bevor Flick Cheftrainer wurde.

Dieser stellte sich jedoch hinter seine Nummer eins Manuel Neuer und stellte Nübel lediglich in der ersten Pokalrunde und in der Champions League bei Atlético Madrid ins Tor. Die Nübel-Seite sieht das Versprechen so als nicht erfüllt an. Flick und Neuer sind von dem Thema genervt.

David Alaba

Die langen Verhandlungen um Alabas auslaufenden Vertrag sind umfassend dokumentiert, er ist Flicks Ziehspieler und einer DER Leistungsträger. Die Bosse hatten ihm eine Gehaltserhöhung angeboten, konnten oder wollten den Österreicher aber nicht um jeden Preis halten. Wohin Alaba geht, ist noch nicht klar, aber Flick trauert ihm wohl bereits jetzt nach.

Jérôme Boateng

Ähnlich wie bei Alaba würde Flick auch seinen zweiten Stamm-Innenverteidiger gerne gehalten. Trotz seiner mittlerweile 32 Jahre war er eine der Stützen auf dem Weg zum Triple. Auch durch die Verpflichtung von Dayot Upamecano ist für den Großverdiener aber kein Platz mehr - trotz aller Wertschätzung des Trainers.

Lucas Hernández

Der Rekordtransfer kommt unter Flick nur sehr sporadisch zum Einsatz. Nur etwa ein Viertel seine Einsätze absolvierte er in der Innenverteidigung - dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Denn Flick spielt am liebsten mit einem Links- und einem Rechtsfuß in der Zentrale. Der "Linke" ist meist Alaba. So muss Hernández meist zuschauen oder auf die ungeliebte linke Seite ausweichen.

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Bouna Sarr

Ähnlich wie bei Álvaro Odriozola ist die Position des Rechtsverteidigers nach wie vor ein Konfliktherd zwischen Flick und "Brazzo". Flick hätte einen Kontrahenten für Benjamin Pavard bevorzugt, stattdessen holte Salihamidzic zweimal einen klaren Backup.

Aber auch Sarr hat nicht das Niveau, das sich Flick vorstellt. Seit dem Spiel bei Borussia Dortmund Anfang November durfte er nur noch in den beiden letzten Gruppenspielen der Champions League und dem 3:3 gegen Bielefeld im Februar beginnen. Abgesehen vom DFB-Pokal stehen gerade einmal gut 500 Einsatzminuten zu Buche.

Marc Roca

Der Spanier kam als U21-Europameister von Espanyol Barcelona, um Bayern mehr Möglichkeiten im defensiven Mittelfeld zu geben. Bisher stehen aber aktuell ganze sieben Einsätze in Liga und Champions League zu Buche. 300 Minuten Einsatzzeit (plus 120 im Pokal) sind den Bossen um Salihamidzic zu wenig, sie würden den Strategen gern öfter auf dem Platz sehen. Allerdings kommt er bei Flick nicht an Joshua Kimmich und Leon Goretzka vorbei. Auch Corentin Tolisso steht in der Hackordnung vor Roca.

Tiago Dantas

Der junge Portugiese war das Wunschprojekt Flicks. Er hatte den 20-Jährigen über Jahre verfolgt und bekam ihn in einer risikolosen Leihe mit Kaufoption.

Nach wenig auffälligen Leistungen in der zweiten Mannschaft entschied Salihamidzic aber bereits im Januar, die Kaufoption nicht wahrzunehmen. Dass dies SPORT1 enthüllte - inzwischen berichteten es auch andere Medien - missfiel Flick.

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Thiago

Flick wollte den spielstarken Spanier unbedingt halten. Bei dessen Abgang hatte Flick bereits die Befürchtung, Qualität zu verlieren, die schwer zu ersetzen wäre. Thiago war für Flick das Herzstück, in der Triple-Saison hatte er überragende 104 Ballkontakte pro Spiel (Bestwert) - und das bei einer Fehlpassquote von nur neun Prozent. Trotzdem ließen ihn die Bosse ziehen. Die Schwächen in der Verteidigung 2020/21 hängen auch mit Thiagos Abgang zusammen.

Michael Cuisance

Der Franzose war quasi der Tiago Dantas für Salihamidzic. Über das Traumtor seines Wunschprojektes am letzten Spieltag in Wolfsburg freute sich der Sportvorstand diebisch, allerdings konnte Cuisance sich unter Flick nie durchsetzen. Zu Beginn seiner Bayern-Zeit hatte das Talent nicht so gut trainiert. Zwar verbesserte er sich im Laufe der Triple-Saison, aber Flick konnte er nie wirklich von sich überzeugen und wurde im Oktober nach Marseille verliehen.

Sven Ulreich

Für Flick war der Routinier die ideale Nummer zwei, ein Musterprofi, sehr gut integriert und auch für das Klima in der Kabine extrem wichtig. Nach Nübels Verpflichtung musste ihn der Trainer zur Nummer drei machen. Bei entsprechender Kommunikation und einem vernünftigen Umgang wäre Ulreich vielleicht sogar als Nummer drei geblieben, ging dann aber zum HSV.