10 gewaltige Fehler in oscarprämierten Filmen

Hier ist alles perfekt – aber in einer anderen Titanic-Szene zeigt sich eine Panne. (Bild: Rex Features)

Auch wenn sie den kleinen, glatzköpfigen Mann aus Gold in Hollywoods Nacht der Nächte mit nach Hause genommen haben, waren diese oscarprämierten Filme nicht perfekt.

Wir haben die schrecklisten Fehler, Kontinuitäts-Fehlungen und Patzer in der Geschichte der Oscars ausgegraben (mithilfe des großartigen Film-Blogs moviemistakes.com).

„Titanic“ (1997): Roses Schönheitsfleck

Dieser Leberfleck wandert.

Die erste große Enthüllung von Kate Winslets Charakter Rose findet statt, als ihr zarter, lilafarbener Hut angehoben wird und wir einen ersten Blick auf unsere Heldin werfen können. Das einzige Problem ist, dass die Aufnahme offensichtlich gespiegelt wurde. Denn wenn man genau hinsieht, ist der Schönheitsfleck auf Winslets Gesicht links von ihren Lippen – während er im kompletten Rest des Films auf der rechten Seite ihres Gesichts ist.

„Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003): Sichtbare Crew-Mitglieder

Crew-Mitglieder tummeln sich zwischen Orks.

Während der letzten Episode von Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Trilogie kann man mehrmals Crew-Mitglieder inmitten des Gedränges von Orks sehen – zumindest, wenn man ein echter Standbild-Fan ist. Als Saurons Armee auf das Schwarze Tor zumarschiert, kann man zwei von Peter Jacksons Crew-Mitgliedern erkennen, nachdem Pippin sein Schwert zieht. Später, als die Orks weiter voranziehen, kann man noch einen Mitarbeiter zwischen ihren Schultern entdecken. Die gehören dort definitiv nicht hin – einer von ihnen trägt sogar einen Hut.

„Gladiator“ (2000): Heiße Luft

Gas im alten Rom? Sicher nicht …

Ridley Scotts gladiatorisches Epos hat so einige Patzer und Pannen, aber sie sind vermutlich bei all den Kämpfen nicht aufgefallen, denn, wie Maximus sagte: „Unterhalte ich euch nicht?“ Doch wenn man diesen Patzer erst einmal entdeckt hat, kann man ihn nicht mehr vergessen: Während der Karthago-Kampfszene im Kolosseum fällt ein Streitwagen um – und man kann deutlich eine Gasflasche am Fahrgestell erkennen. Anscheinend gab nicht nur reine Pferdestärke den Römern ihren Dampf. Zumindest in diesem Film.

„Forrest Gump“ (1994): Praktische Shrimps

Diese Shrimps sind sicher nicht frisch gefischt.

Forrest schafft es in Robert Zemeckis Oscar-Film mit viel Glück, sich durch eine gekürzte Version der amerikanischen Geschichte zu schlängeln. Außerordentlich viel Glück hat er auch, als er mit Lieutenant Dan die „Bubba Gump Shrimp Company“ eröffnet: Es ist eine Sache, einen riesigen Shrimp-Fang zu machen, obwohl angenommen wurde, dass es kaum noch welche gebe. Aber es ist nochmal etwas ganz anderes, einen riesigen Fang von eindeutig verarbeiteten Shrimps zu machen, deren Köpfe bereits entfernt und die quasi direkt aus dem Fluss verzehrfertig gefischt wurden.

„Der Pate“ (1972): Knapp daneben

Da haut aber jemand ins Leere.

Man kann nicht abstreiten, dass Francis Ford Coppolas „Pate“ einer der besten Filme ist, die je gedreht wurden. Aber er ist bei weitem nicht makellos. Nehmen wir nur die Szene, in der James Caans Sonny seine Wut an Frauenschläger Carlo auslässt. Es ist eine kathartische Szene, in der Sonny auf den Mann losgeht, der seine Schwester Connie missbraucht hat. Aber Caan schlägt fast meterweit daneben – teilweise kann man sogar die Distanz zwischen Faust und Gesicht sehen.

„Braveheart“ (1995): Geschichts-Revisionismus

Diese Geschichte ist so nicht passiert.

Seid bereit für eine Überfrachtung von faktischen Ungenauigkeiten: Im wahren Leben war William Wallace nicht wie behauptet ein einfacher Bürger, sondern ein niedriger Adliger. Sophie Marceaus Prinzessin Isabella war zur Zeit von Wallaces Hinrichtung 13 Jahre alt und lebte in Frankreich – und war somit ganz sicher nicht die Mutter seines Kindes. Die Schotten haben nie die Stadt York geplündert. Der König von Schottland starb 1286 und nicht 1280. Kein Ire kämpfte in der Schlacht von Falkirk. Der Dudelsack, den Wallace spielt, wäre zu dieser Zeit nicht verboten gewesen. Wallaces Vater wurde nicht in einer kleinen Rauferei mit Briten umgebracht. Und die finale Kränkung: Die Schotten trugen bis zum 17. Jahrhundert nicht einmal Kilts. Mel Gibson sitzt auf einem Thron aus Lügen!

„Der Soldat James Ryan“ (1999): Sanitäter!

Mit dieser Männerbrust stimmt etwas nicht.

Steven Spielberg hat hart gearbeitet, um keine Fehler bei den Details in diesem herzzerbrechenden Drama über den Zweiten Weltkrieg zu machen – viele Veteranen, die den Film sahen, waren überwältigt, wie authentisch er war. Dennoch haben sich ein paar Fehler eingeschlichen. Zum Beispiel, als Giovanni Ribisis Charakter Wade, der Sanitäter, angeschossen wird: Einer seiner Kameraden hebt sein Oberteil, um sich die Wunde anzusehen. Er zieht es jedoch zu weit hoch – und man kann kurz die Brustprothesen-Weste erkennen, die der Schauspieler trägt, um die Verletzung zu simulieren.

„Slumdog Millionaire“ (2007): Wer will einen Millionär betrügen?

Mal eben aufs Klo? In dieser Szene geht das.

Danny Boyles Drama nutzt die Funktionsweise der bekannten TV-Show „Wer wird Millionär?“ für seine Struktur – es sei denn, es passt nicht zur Story: Dann werden die Regeln komplett geändert. In keiner Version von „Wer wird Millionär?“ würde der Moderator wohl eine Frage stellen und dem Kandidaten dann erlauben, eine Toilettenpause zu machen, bevor er antwortet.

„Shakespeare In Love“ (1998): „Folgen Sie diesem Boot!“

Ein Boot passt nicht in dieses Bild.

Man kann ein Vermögen für historisches Kostümdesign ausgeben, seinen Schauspielern historische Dialekte beibringen und authentische Sets für eine bestimmte Epoche designen lassen – aber man kann nicht alles kontrollieren, was abseits des Sets passiert. Bei „Shakespeare In Love“ passierte genau deswegen ein kleines Unglück mit ziemlich lustigem Timing: Als Will Shakespeare Verona verfolgt und ruft „Folgen Sie diesem Boot!“, sieht man in einiger Entfernung auf dem Fluss ein ziemlich modernes Rennboot. Dieses Metallteil ist Hexenwerk!

„Vom Winde verweht“ (1939): Die Lady und die Lampe

Ein Kabel an der Lampe? Interessant.

1939 war es noch deutlich einfacher, Kontinuitätsfehler und Anachronismen in Filmen wie „Vom Winde verweht“ zu überdecken, denn die Zuschauer suchten damals nicht nach Fehlern und die Leinwände hatten eine sehr schlechte Qualität. Was man heutzutage jedoch dank scharfer DVD-Aufnahmen und Pause-Tasten nicht verbergen kann, ist eine Gaslampe, die ganz offensichtlich mit einem Stecker an die Elektrizitätsleitungen angeschlossen ist – wie in dieser Szene mit Rhett Butler. Wir wissen, dass die Atmosphäre zwischen ihm und Scarlett O’Hara elektrisch aufgeladen war, aber das ist lächerlich.