10 Deutschtürken sagen: "Ich bin Özil"

Amelie Graen
Zehn Deutschtürken haben uns ihre Meinung zur Debatte um Mesut Özil gesagt. 

Es waren Worte, die um die Welt gingen.

Mit ihnen hat Mesut Özil den Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt – und “Rassismus und Respektlosigkeit” beklagt.

Seine Worte lösten nicht nur ein Beben in Politik und Spitzensport aus. Sie ließen auch andere Deutschtürken nicht unberührt – wie jene 10, die wir in der Goethestraße in München treffen. Türkenviertel” wird dieser Stadtteil auch genannt. 

Wir haben sie zu ihrer Meinung zu den Vorwürfen von Özil gefragt.

Ist Özil nur ein kleines Beispiel für das, was im Großen in Deutschland falsch läuft? Bewundern wir Deutschen Ausländer, wenn sie ins Muster des guten Deutschen passen und geben sie zum Abschuss frei, wenn sie es nicht mehr tun? 

Das sind ihre Antworten:

Alper, 40, Restaurantbesitzer und Taxi-Unternehmer 

“Dass Özil aus der Nationalmannschaft ausgetreten ist, war die beste Entscheidung, die er je getroffen hat. Er hat nicht die Anerkennung bekommen, die er verdient hätte. Alle meine deutschen Freunde sind gegen ihn. Die meinen ernsthaft, dass wir die Fußball-WM zu zehnt ohne Özil gewonnen hätten, was natürlich völliger Quatsch ist.

Wir reden so viel über Integration. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und in meinem Job erfolgreich und fühle mich trotzdem nicht integriert. Mein Nachname ist türkisch, deshalb finde ich keine Wohnung in München-Haidhausen. Ich habe zwar eine schöne Wohnung, aber nicht da, wo ich sie gerne hätte, weil die Münchner dort offensichtlich keine Türken haben wollen.

Auch in meinem eigenen Restaurant merke ich die andere Mentalität der Deutschen. Sie sind immer so vorsichtig, ich habe das Gefühl, gar nicht an sie ran zu kommen. Immer muss ich mich erst beweisen, besonders unterhaltsam, besonders...

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