10.000 Euro und mehr: Diesel-Nachrüstung könnte für Autofahrer teuer werden

Um die Abgaswerte zu verbessern, müssen etliche Autos nachgerüstet werden. (Bild: ddp images).

An der Umrüstung ihrer Software kommen viele Autohersteller nach zwei Diesel-Gipfeln nicht mehr vorbei, aber auch bei der Hardware soll nachgebessert werden. Die Kosten dafür gehen in die Tausende – und die wollen die Hersteller nicht alleine tragen.

Umweltbundesamt, die Grünen und die Deutsche Umwelthilfe sind sich darin einig, dass Autohersteller zusätzlich zur Umrüstung an der Software auch an der Hardware schrauben müssen. So sollen sich die Euro 5-Diesel den seit September geltenden Euro 6c-Abgasnormen zumindest annähern. Davon betroffen sind ausdrücklich auch Motoren, die laut “Focus Online” “gesetzeskonforme Abgaswerte ohne Manipulationssoftware” aufweisen.

Die Hersteller wollen nicht zahlen

Bislang weigern sich aber alle Autohersteller, die Kosten dafür zu übernehmen. Was wiederum die Autofahrer unter Zugzwang setzt, für die die Umrüstung ihrer Euro 5-Diesel die einzige Chance sein könnte, Fahrverbote in Innenstädten noch einmal abzuwenden. Die Redaktion von “Motor Talk” hat sich deshalb drei Beispiele angesehen, um herauszufinden, wie hoch die Kosten einer Umrüstung tatsächlich wären.

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Fest steht: Teuer wird es in jedem Fall. Bei einem VW Passat würde alleine die Mechanik mit 7500 Euro zu Buche schlagen, dazu kämen rund 1200 Euro für zehn Arbeitsstunden in der Werkstatt. Beim Mercedes GLK 220 CDI käme eine Umrüstung auf Kosten zwischen 11 000 und 15 000 inklusive Einbau, aber ohne Zertifizierung. Und BMW teilte auf Anfrage mit, der Konzern würde gar keine Umrüstung anbieten. Eine solche sei einfach zu teuer und zu kompliziert.

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Eine Alternative könnten Umrüst-Kits wie von der Firma Twintec sein, deren System arbeitet, ohne allzu tief in die Fahrzeugelektronik integriert zu sein. Allerdings steigt dadurch der Verbrauch, jede einzelne Umrüstung müsste vom Kraftfahrtbundesamt genehmigt werden und es ergäben sich weitere Komplikationen. Wie das Ganze ausgehen wird, ist derzeit nicht in Sicht. Trotz der schlechten Kosten-Nutzen-Bilanz scheint es durchaus wahrscheinlich, dass sich die Kunden wie bei der Dieselpartikelfilter-Nachrüstung vor einigen Jahren zumindest an den Kosten beteiligen müssen.

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