1. FC Union: Das kleine Märchen des Marcel Hartel

Marcel Hartel kam im Sommer aus Köln und stand in drei von vier Saisonspielen in der Startelf

Berlin.  Der Reisekoffer, den Marcel Hartel zur Nationalmannschaft mitgenommen hatte, war bei seiner Rückkehr ein wenig dicker. Zwei neue Oberteile hatten die Heimreise nach Berlin mit angetreten, es waren die beiden Trikots von seinen ersten Einsätzen für die U21-Nationalelf. Gegen Ungarn und den Kosovo hatte der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler vom 1. FC Union sein Debüt gegeben und die Shirts mitgebracht. "Die bleiben aber nicht lange bei mir im Schrank", sagt Hartel. Er will sie verschenken. An seinen Vater.

Mit ihm ist er das erste Mal in die Straßenbahn gestiegen vor fünfzehn Jahren. Zusammen sind sie von Chorweiler nach Müngersdorf gefahren, vom Kölner Norden in den Kölner Westen. Von einem der ärmsten Viertel in eines der reichsten. In Chorweiler wohnten die Hartels, in Müngersdorf der 1. FC, Kölns größter Fußballklub. Dass mit Marcel wurde zur einer Liebesgeschichte. Er konnte kicken, und beim FC hatten sie einen Blick für Talente. Alle Nachwuchsteams durchlief er. Und immer mit dabei: sein Vater Olaf. "Ich bin wahnsinnig dankbar für alles, was meine Familie für mich getan hat", sagt Hartel.

In einer gefühligeren Welt hätte er es auch bei den Profis gepackt, seine Geschichte taugte ja, um ein zweiter Lukas Podolski zu werden. Kölner Junge, immer beim FC, in Klubbettwäsche geschlafen. Nur ist Profisport keine gefühlige Welt. Für Sentimentalität ist dort kein Platz. Also entschied sich Hartel im Sommer, den Klub seines Lebens zu verlassen und nach Berlin zu wechseln. In Köln hatte...

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