1. FC Köln und Jörg Schmadtke trennen sich

Der Sinkflug des 1. FC Köln fordert eine erstes prominentes Opfer: Jörg Schmadtke ist nicht länger Geschäftführer. Das verkündet der Klub bei Twitter.

Der Absturz des 1. FC Köln hat überraschend das langjährige Traumduo Jörg Schmadtke und Peter Stöger auseinandergerissen. Während Trainer Stöger trotz des katastrophalen Saisonverlaufs auch im Pokalspiel am Mittwoch bei Hertha BSC (18.30 Uhr/Sky) auf der Bank sitzt, verlässt Geschäftsführer Schmadtke mit sofortiger Wirkung das Tabellenschlusslicht der Fußball-Bundesliga. Sein ursprünglich bis 2023 laufender Vertrag wurde in "beiderseitigem Einvernehmen" aufgelöst. Das teilte der FC am Montagabend mit.

"Nach intensiver Analyse" seien "unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf die zukünftige sportliche Ausrichtung des Klubs" ausschlaggebend gewesen. "Mit diesem Schritt möchte ich den Weg frei machen für einen neuen Impuls", sagte Schmadtke (53), der seit dem 1. Juli 2013 für den FC tätig war und den Klub gemeinsam mit dem Österreicher Stöger zurück in die Bundesliga und nach 25 Jahren wieder in den Europapokal geführt hatte.

Auf die Euphorie folgte jedoch ein steiler Sinkflug. Nach neun Spieltagen liegen die Kölner mit nur zwei Punkten und drei Toren abgeschlagen auf Platz 18 der Tabelle. "Ich möchte mich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Der Mannschaft, dem Trainerteam sowie allen Verantwortlichen wünsche ich für die bevorstehenden Aufgaben alles Gute und viel Erfolg", sagte der gebürtige Düsseldorfer Schmadtke.

FC-Präsident Werner Spinner bedankte sich für die "sehr gute Arbeit", die Schmadtke in seinen vier Jahren beim FC geleistet hat. "Er hat den Verein gemeinsam mit unserem Team zurück in die Bundesliga geführt und einen großen Anteil daran, dass wir nach 25 Jahren die Teilnahme am Europapokal erreicht haben", sagte Spinner: "Für die Zukunft wünschen wir ihm und seiner Familie alles Gute."

Noch beim Training am Montagnachmittag, einen Tag nach dem ernüchternden 0:0 im Kellerduell gegen Werder Bremen, das Peter Stöger zu einem persönlichen Finale erklärt hatte, war nichts von der Überraschung zu merken, die der FC wenig später verkündete. Stöger scherzte auf dem Trainingsplatz mit Ersatztorwart Thomas Kessler, rund 100 Fans verfolgten die einstündige Einheit. Schmadtke ließ sich allerdings nicht blicken.

Das Duell mit den ebenfalls noch immer sieglosen Bremern hatte die Defizite des Vorjahresfünften schonungslos aufgezeigt, es war nicht nur eines der unansehnlichsten Spiele der gesamten Saison mit haarsträubenden Fehlern auf beiden Seiten - es zeigte vor allem, wieso beide Teams am Tabellenende stehen. Dem FC fehlt nach dem Abgang des französischen Torjägers Anthony Modeste vor allem ein treffsicherer Stürmer, Sehrou Guirassy stolperte den Ball in den Schlussminuten am leeren Tor vorbei.

Schmadtke muss sich ankreiden lassen, dass er für die 35 Millionen Euro, die der Klub durch den Modeste-Verkauf zu Tianjin Quanjian eingenommen hat, keinen adäquaten Nachfolger gefunden hat. Der Königstransfer Jhon Cordoba hat bislang enttäuscht und ist derzeit verletzt. Zuletzt hatte Schmadtke wiederholt angekündigt, im Winter erneut auf dem Transfermarkt tätig werden zu wollen.

Noch unmittelbar vor dem Bremen-Spiel hatte er bei Eurosport gesagt: "Wenn mal eine schlechte Transferperiode dabei ist, hat man eigentlich das Recht, diese Dinge zu korrigieren, ohne sofort ans Kreuz genagelt zu werden." Diese Chance hat der einstige Erfolgsmanager nun nicht mehr bekommen.