Nach Überschwemmungen im Westen: Grünen-Kandidatin Baerbock bricht Urlaub ab, SPD fordert schnelle Hilfe

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Neben NRW ist besonders Rheinland-Pfalz betroffen, wie hier das Dorf Insul
Neben NRW ist besonders Rheinland-Pfalz betroffen, wie hier das Dorf Insul

Nach den schweren Überschwemmungen im Westen Deutschlands will Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock offenbar ihren Urlaub abbrechen. Das teilte die Grünen-Parteizentrale mit. Baerbock erklärte: „Das zerstörerische Ausmaß der Überschwemmungen ist erschütternd", sagte sie. Ihre Gedanken und ihr Mitgefühl seien bei Angehörigen der Toten und Vermissten sowie den Helfern. Es sei richtig, dass Bund und Länder dafür alle Kräfte mobilisieren.

Nach schweren Regenfällen hatte es in der Nacht auf Mittwoch an zahlreichen Orten Überschwemmungen gegeben. Nach bisherigen Angaben sind 20 Menschen gestorben, betroffen sind insbesondere Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Im Ort Schuld in der Eifel wurden vier Häuser komplett und zwei weitere zur Hälfte weggespült. 50 bis 70 Menschen werden nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums vermisst.

Politik fordert schnelle Hilfen

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans fordert, dass ein Hilfsfonds für Betroffene eingerichtet werden solle. Business Insider sagte er: "Die Devise muss dabei sein: schnelle Hilfe, dabei aber sicherstellen, dass Versicherungsleistungen nicht auf die Steuerzahler abgewälzt werden." Das könne man aber nachlaufend gewährleisten. Walter-Borjans betonte: "Im Vordergrund stehen jetzt die Betroffenen mit ihren materiellen, aber auch mit den seelischen Belastungen, die so eine Katastrophe verursacht." Auch Baerbock forderte, dass Menschen "schnell und unbürokratisch geholfen" werden solle. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) versprach, dass sich sein Bundesland an den finanziellen Folgen der Unwetter-Schäden beteiligen werde. Laschet machte sich vor Ort in der betroffenen Stadt Altena ein Bild der Lage. Zudem forderte er mehr Anstrengungen bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz unterbricht offenbar wie Baerbock seinen Urlaub im Allgäu und ist auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die derzeit auf USA-Besuch ist, sprach sie am Donnerstag von einer „Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwassergebieten durchleiden müssen“. Sie sagte: „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten – den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen.“

Stromausfälle und Behinderungen bei Bahn und Auto

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, sie waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Tausende Feuerwehrleute waren landesweit im Einsatz, auch die Bundeswehr hilft mit Panzern und Hubschraubern.

Vielerorts mussten Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Es gab auch großflächige Stromausfälle. Betroffen waren vor allem das Bergische Land und die Eifel. Auch der Bahnverkehr ist durch die Überflutungen und den Dauerregen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Aufgrund von Streckensperrungen fuhren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien nicht oder nur eingeschränkt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch auf den Autobahnen gibt es erhebliche Wetter-Folgen.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen2 geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta. "Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich."

toh/dpa

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