Überraschung! Wildcats lassen Cowboys keine Chance

Quarterback Thomas Schmidtke gelang mit den Kirchdorf Wildcats ein Sieg gegen die Munich Cowboys

Mit einem Sonderzug kamen die Fans der Kirchdorf Wildcats aus Niederbayern in die Landeshauptstadt München, und mit einem Sieg im Gepäck durften sie auf der Rückfahrt ausgelassen feiern. Die Kirchdorf Wildcats gewannen bei den Munich Cowboys, dem ältesten Football-Verein Bayerns und einzigem Gründungsmitglied der Bundesliga, das aktuell noch in der GFL spielt, mit 13:12.

Für die Footballer des TSV Kirchdorf war es ein historischer Erfolg. Erst einmal vor 14 Jahren in einem Zweitligaspiel hatten die Wildcats bisher bei den Cowboys gespielt und damals krachend verloren. "Von diesem Sieg haben viele geträumt“, sagte Wildcats-Präsident Hans-Peter Klein. „Heute ist er wahr geworden. Kirchdorf gegen Landeshauptstadt. Land gegen Stadt. Niederbayern gegen Oberbayern." (SERVICE: Alle News zur GFL)

Perfektes Wochenende für Wildcats

Das perfekte Wochenende für seinen Verein rundete 24 Stunden später auch noch das U19-Team mit dem Gewinn der bayerischen Jugendmeisterschaft im Finale gegen die Allgäu Comets (23:20) ab.

Den Sieg in München hatte sich das GFL-Team mit einer kämpferisch starken Vorstellung erarbeitet, erneut vor allem durch die Verteidigung, die immer wieder Münchner Ballverluste erzwang. Sieben Sekunden vor dem Ende traf Kicker Baris Dasar per Field Goal zum 13:12, nachdem die Kirchdorfer zuvor erfolgreich darauf gesetzt hatten, dass ihre Defense dem Gastgeber in dessen entscheidender letzten Angriffsserie kein First Down erlauben würde, nach dem die Münchner die Zeit hätten auslaufen lassen können.

Schmidtke ersetzt US-Quarterback

Der einzige Kirchdorfer Touchdown des Tages war zuvor eine Coproduktion der mächtigen Verbündeten des niederbayerischen Football-„Davids“ gegen den oberbayerischen „Goliath“ gewesen: Der österreichische Nationalspieler im Dress der Wildcats, Clemens Erlsbacher, hatte den Pass des Ex-Handballers Thomas Schmidtke zum zwischenzeitlichen 10:6 gefangen.


Schmidtke ersetzte bei den Kirchdorfern den angeschlagenen und bisher auch nicht besonders beständigen US-Quarterback Cameron Birse, wurde vom eigenen Anhang daher auch besonders gefeiert. Ballverluste von ihm gingen allerdings beiden Münchner Touchdowns voraus, und sein Angriff durfte sich bei den Verteidigern bedanken, die beide Extrapunktversuche der Cowboys blocken konnten.

"Es war ein großer Kampf, und wir haben verdient gewonnen", attestierte Cheftrainer Christoph Riener seinem Team eine tolle Mannschaftsleistung. Er darf nun hoffen, dass das Thema Relegation für den Aufsteiger erledigt sein könnte.

Munich Cowboys mit Sorgen

Der eigentliche „Gewinner“ der Partie und lachender Dritter dürften aber wohl die Allgäu Comets sein. Kirchdorf rückte zwar auf drei Punkte an die Comets auf Rang vier heran, muss aber am Ende noch zweimal gegen Frankfurt und einmal gegen Schwäbisch Hall spielen.

Und die Munich Cowboys, die vor vier Wochen mit ihrem Erfolg im Allgäu noch hatten aufhorchen lassen, müssen sich nun wieder Richtung Tabellenende Sorgen machen. Am kommenden Samstag (28. Juli) ist man bei Samsung Frankfurt Universe zu Gast und krasser Außenseiter. Eine Woche später geht es dann nach Stuttgart, wo es zum ersten von zwei möglichen „Schicksalsspielen“ gegen den Gang in die Relegation kommt.

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