Überraschend sorglos

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Experte Ulf Sommer beschäftigt sich mit der schwachen Bilanz des Softwareherstellers SAP.

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt


Wohl noch nie in der neueren Börsengeschichte seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat ein amerikanischer Präsident so wenig Einfluss auf die Kurse gehabt. Nicht einmal seine martialischen Drohungen gegen Nordkorea und Iran ausgerechnet vor der Uno, dem Friedensgremium der Weltengemeinschaft, bewegen die Finanzmärkte. Das ist einerseits erstaunlich, weil Anleger Unberechenbarkeit üblicherweise mehr verunsichert als Taten. Andererseits zeigt die Nicht-Reaktion, dass die Börse den Worten des Präsidenten kein Gewicht mehr beimisst. Bleibt zu hoffen, dass sich die Börse nicht irrt.


Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen


Aufgrund der fehlenden Renditen bei den Sparanlagen, gepaart mit der für Deutschland traditionellen Unbeliebtheit der Aktien, erlebt man derzeit einen regelrechten Immobilien-Run. Unseres Erachtens bieten jedoch die Dividendenpapiere im aktuellen Umfeld langfristig ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil, vor allem für diejenigen, die ihr komplettes Kapital in eine Wohnung oder in ein Haus investieren möchten. Wir empfehlen ein diversifiziertes Portfolio, welches neben Immobilien und festverzinslichen Anlagen auf jeden Fall einen signifikanten Aktienanteil beinhalten sollte.


Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank


In unserem Privatbank-Depot beträgt die Aktienquote derzeit 47 Prozent – bezogen auf das gesamte Portfoliovermögen. Darin enthalten sind Dividendenwerte, passive Aktienindexfonds (ETFs) und ein aktiv gemanagter Fonds. Bei den Einzeltiteln setzen wir auf eine Dividendenstrategie, deren Wertentwicklung aus zwei Quellen gespeist wird: aus regelmäßigen Ausschüttungen und möglichen Kursgewinnen. Die ausgewählten Aktien (unter anderem Allianz, Cisco Systems und ‧Roche) weisen sowohl eine stabile Dividendenrendite als auch hohe Nachhaltigkeitsaspekte auf.


Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.