Überlebende des Schulmassakers wollen für schärfere Waffengesetze demonstrieren

Es soll ein Wendepunkt in der festgefahrenen Debatte um die laxen US-Waffengesetze werden: Mit einem "Marsch für unsere Leben" wollen überlebende Schüler des Massakers an einer High School in Florida am 24. März in Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren

Überlebende des Schulmassakers in Florida wollen bei einem Marsch auf Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren. Der "Marsch für unsere Leben" sei für den 24. März in der US-Hauptstadt geplant, sagten Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Die Kundgebung richte sich insbesondere gegen den großen politischen Einfluss der Waffenlobby National Rifle Association (NRA).

"Es geht nicht gegen die Republikaner, es geht nicht gegen die Demokraten", sagte der Schüler Cameron Kasky. Jeder Politiker, der Spendengelder von der NRA annehme, "ist für solche Ereignisse verantwortlich", sagte er mit Blick auf das Massaker am Mittwoch, bei dem ein früherer Mitschüler mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen getötet hatte.

Kasky beschuldigte die NRA, "Waffenkult zu fördern und zu bewerben". Er und seine Mitschüler wollten hingegen eine "neue Normalität" schaffen, in der die Annahme von Spenden der Waffenlobby durch Politiker ein "Schandfleck" sei.

Unter den Schülern, die zu den Protesten aufriefen, war auch Emma Gonzalez. Die 18-Jährige hatte am Samstag in einer Wutrede den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit Waffengewalt verurteilt. "Schämen Sie sich", hatte sie bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale gerufen und die Nähe Trumps zur Waffenlobby kritisiert.

Am Sonntag forderte Gonzalez eine Diskussion über strengere Waffengesetze. Sie rief sowohl Trump als auch Floridas Senator Marco Rubio und Floridas Gouverneur Rick Scott zur Teilnahme an der Debatte auf - beide sind Republikaner. "Wir wollen ihnen die Gelegenheit geben, in dieser Sache auf der richtigen Seite zu stehen", sagte sie.

Trump lehnt schärfere Waffengesetze ab. Nach dem Massaker in Parkland hatte er einen besseren Schutz von Schulen angemahnt, sich aber nicht zur weiten Verbreitung von Schusswaffen und zum Waffenrecht in den USA geäußert. Stattdessen kritisierte er via Twitter die US-Bundespolizei FBI. Die Behörde verwende zu viel Zeit auf die Untersuchung der Russland-Affäre und solle zum "Wesentlichen" zurückkehren. Das FBI hatte Versäumnisse im Vorfeld des Massakers eingeräumt.