Übergangsjahr 2021: Warum sich Haas von Grosjean & Magnussen trennt

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

Romain Grosjean und Kevin Magnussen sind raus bei Haas. Den Abschied beider Formel-1-Stammfahrer zum Saisonende 2020 hat der US-Rennstall vor dem Portugal-Grand-Prix in Portimao offiziell gemacht. Warum aber trennt sich Haas gleich von beiden Fahrern? Das hat Teamchef Günther Steiner in seiner Medienrunde vor dem zwölften Saisonrennen erklärt.

Er sagte: "Wir wollten etwas ändern. Wir müssen einfach schauen, wie wir uns unter der [ab 2021 geltenden] Budgetobergrenze aufstellen, wie wir unser Geld bestmöglich investieren, was wir tun wollen. Das ist der Grund." Und das impliziert auch, Grosjean und Magnussen wurden Haas schlicht zu teuer. Ähnliches hatte Grosjean bereits angegeben. Zusammen sollen die beiden Haas-Fahrer pro Jahr ungefähr sieben Millionen Euro verdient haben.

Grosjean und Magnussen habe Steiner "letzte Woche" telefonisch über das Aus bei Haas in Kenntnis gesetzt. Sowohl die Entscheidung gegen die beiden bisherigen Stammfahrer als auch die Telefonate seien "schwierig" gewesen, betont Steiner. Auch, weil Haas in der Vergangenheit eng mit Grosjean und Magnussen zusammengewachsen sei.

Steiner erkennt kein "böses Blut" bei Haas

"Wir hatten unsere Höhen und Tiefen", meint Steiner. "Unterm Strich bleibt man natürlich nicht so lange zusammen, vier und fünf Jahre, wenn man sich nicht mag. Letztendlich kommt es aber auf die Interessen des Teams an."

Grosjean und Magnussen könnten diese Haltung nachvollziehen, sagt Steiner weiter: "Sie hatten eine gute Zeit im Team und es gibt kein böses Blut zwischen uns. Wir wollen die Saison beenden und kriegen hoffentlich noch ein paar mehr Punkte ab."

Danach, 2021, werde sich Haas in ein neues Abenteuer stürzen, ohne die Fahrer für die Zukunft schon jetzt zu kennen. Steiner verteidigt diese Herangehensweise: "Manchmal braucht man eine Veränderung, einfach, um für frischen Wind zu sorgen."

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Mit Grosjean und Magnussen an einen "Endpunkt" gekommen

"Egal, was wir nächstes Jahr machen, ob wir mit zwei Rookies antreten oder nicht, wir haben nicht immer einfach nur das gemacht, was wir davor getan haben. Wir haben versucht, anders zu agieren. Und manchmal, wie nächstes Jahr, musst du aus der Not eine Tugend machen. Denn wir werden da nicht das beste Auto haben."

Dass Haas im Hinterfeld festhänge, das erlaube dem Team, "mal was anderes zu probieren", meint Steiner. "Dazu gehört auch, sein Geld so zu investieren, damit man am meisten davon hat. Es geht darum, das Beste für das Team zu tun, nicht für eine Einzelperson", so erklärt er.

Mit Grosjean und Magnussen hingegen sei man "an einen Endpunkt gekommen", was auch "teilweise unsere eigene Schuld" gewesen sei, sagt Steiner. "Wir haben ihnen kein gutes Auto an die Hand gegeben."

"Nächstes Jahr wird das ähnlich sein. Es wird nicht gerade unser bestes Jahr werden, so viel kann ich schon sagen hier und jetzt", erklärt der Teamchef. "Deshalb müssen wir schauen, was das Beste ist für das Team. Diese Balance müssen wir finden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.