"Überfällig": Synchronschwimmer Stoepel feiert WM-Premiere

SID
"Überfällig": Synchronschwimmer Stoepel feiert WM-Premiere

Auf diesen Moment hat Niklas Stoepel mehr als zehn Jahre warten müssen. Allein unter Frauen nahm der einzige deutsche Synchronschwimmer an zahlreichen deutschen Meisterschaften teil, doch bei einer WM durfte der Bochumer nicht starten. Am Samstag (19.00 Uhr) feiert der 25-Jährige in Budapest mit seiner Partnerin Amelie Ebert im Mixed Duett seine langersehnte Premiere. 
"Es ist überfällig", sagt er dem SID, zuvor habe er sich "diskrimiert" gefühlt. Um sich diesen Traum zu erfüllen, hat er "sehr viel Pause an der Uni gemacht". Als vor zwei Jahren bei der WM in Kasan die Sportart für Männer geöffnet wurde, musste er noch zuschauen, weil er mitten im Studium steckte.
"Es ist super, dass der Sport sich entwickelt", sagt Stoepel, "es entsteht etwas komplett Neues." Die dreiminütige Kür mit seiner Partnerin unterscheidet sich vom klassischen Frauen-Duett, "weil nur zwei Drittel synchron sind. Es geht darum, eine Geschichte zwischen Mann und Frau zu erzählen, eine Affäre."
Das gemischte Duett sei "ein erster Schritt", sagt der Bochumer: "In der Kombination könnten Männer viel mehr Highlights setzen." Aber es bleibt noch die letzte Bastion: Bei Olympischen Spielen ist Synchronschwimmen noch immer Frauensache - wie sonst nur noch die Rhythmische Sportgymnastik.