Nicht den Überblick verlieren: Warum 10 bis 15 Aktien im Depot eigentlich völlig ausreichend sind!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Watchlist Aktien
Watchlist Aktien

Wer erst einmal vom Aktienfieber ergriffen wurde, den lässt die Börse in der Regel so schnell nicht wieder los. Denn je mehr man sich mit der Materie befasst, umso spannender erscheinen einem die Investitionen in die Dividendentitel. Vor allem, weil hier ja auch eine Menge Emotionen mit im Spiel sind.

Steigen Aktien, die man besitzt, im Kurs, ist man meistens mit voller Euphorie dabei. Aber genauso ist es umgekehrt; wenn ein Titel schlecht läuft, liegen oft die Nerven blank und man betet regelrecht für eine Trendumkehr. Man kann also sagen, dass ein Leben als Investor auf gar keinen Fall langweilig ist.

Doch bei all den interessanten Erlebnissen sollte man eines nicht vergessen. Beim Investieren geht es nicht darum, irgendeiner Beschäftigung nachzugehen, sondern die bestmögliche Rendite mit seinen Investitionen zu erwirtschaften. Es könnte deshalb von Vorteil sein, sich im Vorfeld einmal zu überlegen, ob man sein Depot nicht auf eine gewisse Anzahl von Aktien begrenzen sollte.

Gute Streuung auch mit wenig Werten möglich

Wir Investoren wissen natürlich, dass es nicht gut ist, alle Eier in einen Korb zu legen. Deshalb achten die meisten von uns auch auf eine gute Mischung der Aktien im Depot. Denn es macht durchaus Sinn, wenn diese nicht allzu sehr in Korrelation zueinander stehen. Erinnern wir uns hinsichtlich dieses Themas einmal kurz an die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. Wer hier hauptsächlich Finanztitel im Bestand hatte, dürfte wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Doch um eine ausgewogene Zusammensetzung seines Depot zu erreichen, bedarf es meines Erachtens weit weniger Aktien, als viele glauben. Ich denke sogar, dass hier 10 bis 15 Titel völlig ausreichend sein sollten. Mit ihnen ist es durchaus möglich, die wichtigsten Branchen abzudecken und auch eine gesunde Ländermischung zu erreichen.

Viel wichtiger als die Anzahl ist meiner Meinung nach die Qualität der Aktien im Depot. Ich würde hier also lieber nur auf wenige Top-Titel setzen als vielleicht auf 30 spekulative Titel, von denen man hofft, dass sich eventuell einer oder zwei von ihnen zu absoluten Kursraketen entwickeln. Doch während man darauf wartet, entwickeln sich die „normalen“ Werte meistens weiter recht konstant. Hier könnte man also, während man spekuliert, wertvolle Rendite verschenken.

Mehr Aktien = mehr Erfolg?

Ein Grund, warum viele Investoren womöglich sehr viele Aktien im Depot haben, ist, wie eben angesprochen, die Tatsache, dass sie darauf hoffen, mit einer von ihnen einen Volltreffer zu landen. Soll heißen, sie spekulieren darauf, dass sich unter ihnen ein sogenannter Tenbagger befindet. So nennt man Aktien, die es schaffen, in einem überschaubaren Zeitraum 1.000 % oder mehr im Kurs zuzulegen.

Natürlich wäre es fantastisch, genau so eine Aktie zu besitzen. Doch selbst wenn dieses Kunststück gelingen würde, ist es ja durchaus so, dass man als normaler Anleger je Einzelposition keine sehr große Summe investieren kann. Zumindest dann nicht, wenn man auf mehr als 10 oder 15 Werte setzt. Hat man beispielsweise 60 verschiedene Aktien erworben und in jeden Titel 500 Euro investiert, wirkt sich selbst eine Steigerung bei einer einzelnen Aktie um 1.000 % recht gering aus.

Ich würde hier lieber nur zehn sorgfältig ausgewählte Aktien zu je 3.000 Euro erwerben. So behalte ich den Überblick und kann auch bei nur normalen Kurssteigerungen ein nennenswertes Ergebnis erkennen. Wie immer gehen hier die Meinungen wahrscheinlich sehr stark auseinander. Aber ich finde, dass dieser Gedanke für jeden Investor, der aus dem Lager der Normalbürger kommt, eine Überlegung wert sein könnte. Aber wie auch immer du dich entscheidest, wichtig ist, dass du überhaupt den Weg gewählt hast, dich über Aktien an erfolgreichen Unternehmen zu beteiligen.

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