Wer sich über Facebook aufregt, aber nicht handelt, hat nichts verstanden

Sebastian Christ

Jeder Konsument hat Macht. Du, ich, wir alle.

Wir können kaufen, was wir für ethisch vertretbar halten.

Wir können Firmen ignorieren, die uns hinter die Fichte führen wollen. 

Wenn nur genug Leute so denken und handeln, dann ist der Kapitalismus unser Verbündeter. Facebook, VW, Microsoft und alle anderen hätten eigentlich keine Chance, mit ihren Tricks durchzukommen. Denn der Markt wird irgendwann auf die Nachfrage von “guten” Produkten reagieren. So weit die Theorie.

Aber wie so oft: Theorie und Praxis haben in diesem Fall nicht viel miteinander zu tun. Und das ist offensichtlich ein Problem. 

Die drängendsten Probleme von westlichen Gesellschaften

Denn spätestens seit der Studie “Grenzen des Wachstums” von 1972, die der Club of Rome einst in Auftrag gegeben hat, wissen wir, dass die Menschheit mit dem Planeten nicht so weiter machen kann wie bisher. Wir blasen zu viele Abgase in die Luft, produzieren zu viel Müll und essen zu viel Fleisch.

Der Datenschutz ist seit dem Aufkommen des Internets noch als zusätzlicher Aspekt hinzugekommen. Wir geben Dinge preis, die Geheimdienste früher nur durch Dauerbeschattung herausfinden konnten.

Womöglich sind Verbraucherverhalten und Verbraucherschutz zwei der drängendsten Probleme, die es derzeit in den westlichen Gesellschaften gibt.

Wir könnten selbst anfangen, etwas zu ändern

Das liegt natürlich auch an der Politik, die lange Zeit untätig war: Sie hat zu wenige Anreize gesetzt, auf Regulierungen verzichtet. Darüber hinaus hat aber auch jeder einzelne Konsument eine Verantwortung.

Der jedoch kommen nur die wenigsten nach.

Seien wir doch mal ehrlich: Viel zu oft lassen wir uns klammheimlich den Schneid abkaufen. Wir akzeptieren, dass Firmen uns womöglich die Unwahrheit über ihre Produkte sagen, wenn das gegenseitige Schweigeabkommen uns nur so viele Annehmlichkeiten wie möglich bringt.

Die Folge: Unternehmen können sich inzwischen alles leisten, ohne dass Konsumenten sie...

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