Özil: Darum singe ich nicht die Nationalhymne

Ann-Marie Herrmann
Mesut Özil muss sich immer wieder mit heftiger Kritik auseinander setzen.

Mesut Özil ist die ständige Kritik an seiner Person leid. Der deutsche Nationalspieler hat sich nun zum Reizthema Nationalhymne und seiner Verweigerung beim Mitsingen geäußert.     

"Ich denke nicht, dass ich das ändern werde. Ich bete, während die Hymne gesungen wird. Das ist mein Ritual", sagte Özil der Welt am Sonntag. "Ich bitte Gott um das Beste für das Team und mich, ich bitte ihn darum, dass wir alle gesund bleiben. Das wird auch so bleiben."


Die ständige Kritik kann der Weltmeister nicht nachvollziehen und fordert mehr Respekt. "Manche Spieler singen eher innerlich, manche so laut, dass es jeder sieht. Manche wollen damit auch zeigen: Ich bin da. Das respektiere ich. So wie jeder respektieren sollte, dass ich während der Hymne bete", so Özil.

Özil wehrt sich auf Facebook

Auch in seiner Wahlheimat England muss sich der 28-Jährige oft rechtfertigen. Nach zuletzt teilweise heftigen Äußerungen früherer Spieler seines Klubs FC Arsenal wie Martin Keown oder auch Thierry Henry schrieb Özil auf seiner Facebook-Seite: "Mein Ratschlag für diese Ex-Gunners: Hört auf zu reden, fangt an uns zu unterstützen!"


In vier Jahren bei den Londonern habe er immerhin dreimal den FA Cup und dreimal den Supercup gewonnen. Umso enttäuschter sei er darüber, dass es ihm und der Mannschaft in der vergangenen Saison nicht gelungen sei, ins Titelrennen einzugreifen: "Das wollen wir in dieser Saison ändern."

Er habe "viel Kritik einstecken" müssen, meinte Özil: "'Zu teuer, zu gierig, schlechte Körpersprache und ihm fehlt der Kampfgeist'." Dennoch sei er stolz, das Arsenal-Trikot zu tragen, wenngleich er noch nicht sagen könne, wie es für ihn nach der Saison weitergehe. Özils Vertrag läuft 2018 aus.